Ein Leben ohne den Film

Florian Donner von Henkelsfallersleben sagt ja, dass er nach fünf Jahren keine Lust mehr auf seinen Film und dessen Thematik habe. Er nimmt jetzt glaub erstmal Urlaub von der DDR und der Stasi und Ulrich Mühes merkwürdiger Jacke. Ich möchte ihm nun zur Wahl der Thematik seines Filmes gratulieren, denn von dieser Abstand zu nehmen, ist nicht gerade eine der schwierigsten Übungen. Die DDR ist (außer bei Daniel Brühls Mama) Geschichte, die Stasi-Leute sind doch bestimmt auch schon alle tot und Ulrich Mühes Jacke, ich hoffe, die haben sie nach dem Dreh in den Altkleidersack geschmissen. Dustin, der Bekannte von Sebi, der “Rolltreppe abwärts” gemacht hat, kann keine Rolltreppen mehr sehen. Die normale Treppe daneben zu benutzen, ist aber auch nicht so schlimm. Und Peter Jackson, der ist halt ein Freak.
Weitere Filmemacher, die sich leicht von ihrem Filmstoff distanzieren können: Ridley Scott von “Alien”, denn es ist irgendwie unrealistisch, dass man in einem Raumschiff landet, in dem keine Schwerelosigkeit herrscht, Roland Emmerich von “Independence Day”, weil wenn sowas passiert, hat man andere Probleme, als sich darüber aufzuregen, dass man das schon aus seinem Film kennt, und Pedro Almodóvar von “Hable con ella”, denn es passiert ziemlich selten, dass ein Mann mit einem Hut in eine Frau reinläuft, ohne dass der Hut runterfällt
Filmemacher, die sich weniger leicht von ihrem Filmstoff distanzieren können: Ralf, Sebi und Nadine. Es sei denn, sie halten sich den Rest ihres Lebens von Häusern, normalen Menschen und Marihuana fern.

1 Antwort auf “Ein Leben ohne den Film”

  1. Anni sagt:

    und von erhängten müsst ihr euch dann auch fernhalten.

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