Es gibt Tage

Es gibt eben Tage, an denen glaube ich, dass alles gut läuft. Ich glaube dann, dass der Film echt cool wird, dass die Leute uns auf Händen durch die Stadt tragen werden, dass man sagen wird “Respekt” und manchmal sogar, dass wir selbst sagen würden “Respekt”. Ich denke dann manchmal sogar, dass wir uns nicht blamieren werden, weil wir doch eigentlich noch so jung und unerfahren sind, dass man uns hilft statt zu lachen, und uns vielleicht sogar irgendwie süß findet in dieser Unwissenheit.

Meistens denke ich das, wenn ich gerade gut geträumt habe. Ich habe dann von einer großen Party geträumt, auf der alle am Film beteiligten zu “richtigen Freunden” werden, denn Freunden ist man ja nicht so böse für ihre Unwissenheit, meistens zumindest.
Manchmal träume ich auch was anderes, aber eher selten.

Dann gibt es aber auch noch Tage, an denen ich uns sehe, hilflos und kopflos und planlos umherlaufen. Dann habe ich nicht mal Angst, dass beim Drehen mit der Pistole tatsächlich jemand erschossen wird, oder einer der Mitarbeiter von der großen, ungesicherten und viel zu lange ungewarteten Windmaschine erst angesogen und dann zerstückelt wird. Ich denke dann einfach nur, dass es blöd wird.

Meistens lege ich mich dann hin und schlafe, in der Hoffnung auf eine tolle Party. Manchmal rufe ich dann aber auch Nadine an, die mir dann glaubwürdig versichert, dass ich keine Angst zu haben bräuchte, dass der Film blöd würde, denn das würde er auf jeden Fall. Und vor Dingen, die sicher sind, bräuchte man sich ja nicht zu fürchten.

Dann fühle ich mich besser.

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