Wie es ist

Manchmal habe ich Angst, dass der Film zu sehr mein Leben bestimmt, wenn ich jemand Neuen kennen lerne und viel zu schnell davon erzähle, dass ich einen Film drehe oder wenn ich nach einem langen Tag in meinem Zimmer bin, “Clocks” höre und merke, dass ich wieder mal nur über den Film nachdenke. Manchmal glaube ich, dass ich mein Leben zu sehr auf den Film ausrichte, wenn ich mal wieder einen Tag an der Uni ausfallen lassen habe, weil wir Termine haben oder wenn ich wegen einer kurzfristigen Änderung umsonst durch den Regen nach Hause geradelt bin und ein Treffen mit einem Freund abgesagt habe. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich für den Film über zu viele Schatten springen muss, wenn ich Herzklopfen habe, bevor ich fremde Leute anrufe, die uns sponsern sollen, stattdessen aber den Hörer aufknallen oder wenn ich meine Texte unserem strengen Dozenten geben muss, der das kritisieren wird, was ich geschrieben habe.

Und trotzdem würde ich keine Sekunde zögern, wenn Ralf und Sebi mich fragen würden, ob wir den Film machen sollen oder nicht. Ich würde hinaus laufen auf ein freies Feld Weizen, das sich vor dem blauschwarzen Horizont gelb abzeichnet und leicht im Wind wogt. Da würde ich stehen inmitten dem Weizen und würde schreien: Ja, ja, ja! Weil ich immer wieder alle Kreativität, die ich besitze, aufschreiben wollte. Ich schreib sie auf, ich schreib sie auf, ich schreib sie raus. Und weil ich immer wieder einen besten Freund haben wollte wie Sebi. Und wir alle zusammen das machen können. Und weil ich die ganzen Menschen kennen lernen wollte, die davon erzählen, was sie in ihrem Leben machen, von dem wir nur eines haben, die ganzen Künstler, die aussprechen, um was es geht, und dabei rauchen und sich durch die Haare fahren. Weil ich weiß, dass es das ist, was ich immer wollte. Und so würde ich schreien: Ja, ja, ja! Und die Wolken am blauschwarzen Himmel würden brechen und würden auf mich regnen und im Hintergrund würde “Clocks” spielen und ich würde endlich begreifen, dass das alles ein Film ist.

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