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21.5.2007 von Sebastian.
Heute um kurz vor zwei stand der Fortgang dieser Produktion auf Messers Schneide. Kaum kam ich aus dem berüchtigten Filmkeller unseres Instututs, da hörte ich es, dieses Geräusch, das nichts Gutes heißen konnte. Ganz gleich dem Geräusch des Emaileintreffens, wenn die Nachricht schlechte Neuigkeiten enthält, brannte auch dieses Geräusch Löcher ins Trommelfell.
Ein Sausen, man könnte es auch als Flirren oder Pfeifen beschreiben, das ich die letzten zwei Stunden zwar auch schon gehört hatte, jedoch auf die hervorragende Präsentationstechnik des Filmkellers zurückführte, durchbrach die nichtvorhandene Stille. -TINITUS-
Sofort schnellten Bilder in meinem Kopf hervor, wie sich Tinituserkrankte vor Verzweiflung die Kugel gaben, oder die Worte einer meiner Freundinnen Edith, die zwar auch darunter leidet, aber Kraft ihres Intellektes dieses Geräusch “rausfiltern” kann. Da ich weder eine Pistole besitze (durchaus ein Problem bei der deutschen Waffengesetzgebung), noch über ausreichende mentale Kräfte ein eingebildetes Geräusch wieder auszubilden, begann ich zu verzweifeln.
Man kann keinen Film drehen, wenn man Dinge hört, die sonst keiner hört; spätestens wenn man sich vorstellt, wie der arme Tonmann angeschrien wird, er solle das Pfeifen rausregeln, ein Pfeifen, das außer durch Dr. Ediths Filtertechnik nicht zu regeln ist, spürt man die Problematik dieser Situation. Naja, zwei Monate rumpfeifen, das ginge ja noch, solange am 30. Juli wieder alles gut sein würde… also einfach mal warten.
Doch genau in diesem Moment kam diese Stimme aus dem Off, die Stimme einer Mutter, sogar meiner eigenen Mutter, die sagt:
Ich entscheide mich zwar dreimal hin und her, letztlich ist aber klar: Besser einen Film mit blutigem Magengeschwür drehen, als mit Tinitus, da kann nämlich wenigstens der Tonmann nichts dafür. Und selbst wenn ich mit Tinitus und Magengeschwür rumlaufen muss, habe ich wenigstens so ein stylisches Pflaster am Arm, denn das macht bei den Mädels unglaublichen Eindruck.
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