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31.5.2007 von Nadine.
Beim Drehbuchpreis KölnFilm mitzumachen, war mal wieder eine dieser tollen Nadine-Sebi-Aktionen:
Nachdem wir eine Woche überlegt hatten, ob wir überhaupt teilnehmen sollten, da eines der Hauptcharakteristika unseres Filmes ist, dass er nicht in Köln spielt, entschieden wir uns einen Tag vor Abgabe doch dazu. Chancen im Leben soll man ja nicht ungenutzt verstreichen lassen. Sie kommen nie wieder zurück. Und so.
Auf jeden Fall rannte ich um halb vier von der Uni nach Hause, denn unser Hauptproblem an der Teilnahme war:
1. unser Film hat keinen Kölnbezug
2. wir haben kein Treatment, das wir einreichen können
3. die Kopierkosten übersteigen unser Budget
Die Abmachung war klar: Um Punkt 2 kümmere ich mich, um Punkt 1 Sebi und den Rest machen wir zusammen. Ich (Nadine, die sich an die Abmachung gehalten hat) schrieb also die ganze Nacht das Drehbuch in ein dreißigseitiges Treatment um, während Sebi sich ein bisschen aufs Ohr legte. Zum Glück stand er jedoch um fünf Uhr auf, um im fliegenden Wechsel die letzten zehn Seiten des Treatments, die aufgrund meiner Müdigkeitsanfälle niemand mehr entziffern konnte, neu zu schreiben und überflüssige Konjunktive einzufügen.
Dann rief mich mein netter Mitarbeiter (Sebi, der sich nicht an die Abmachung gehalten hat) an und fragte, was denn jetzt eigentlich mit Köln sei. Da mir spontan nichts einfiel (das war ja auch nicht mein Aufgabenbereich), änderte Sebi nichts außer dem Titel: Neusserstraße. Darauf war er auch noch stolz. “Aber der Film soll doch nicht Neusserstraße heißen!” hab ich gesagt. “Jaa, das ändern wir dann ja wieder, wenn die uns die 15.000 € gegeben haben.” Davon würden die sicher begeistert sein.
In der Uni kopierten wir dann unsere Kopierkarten leer und gaben unser Treatment eine halbe Stunde vor Abgabeschluss ab.
Gestern war nun endlich der große Abend der Preisverleihung. Schon als wir das Museum Ludwig betraten, waren wir ein wenig verwundert darüber, dass wir die einzigen beiden Coolen waren. Kurz darauf stellten wir dann fest, worauf die Berge von watteweißen Haaren bereits hingedeutet hatten, dass nämlich dieser Filmpreis gar kein Nachwuchspreis war. Peinlich berührt rutschten wir in unseren Sitzen noch etwas tiefer und hörten endlich auf, in die Spiegelreflex-Kamera zu winken, die ein Reporter dabei hatte. Als sich dann auch noch die merkwürdigsten zwei alten Männer des Saals neben uns setzten (jedes Mal, wenn jemand anfing zu reden, schrien sie: “Lauter!” oder “Nicht flüstern!!”, obwohl sie den Rest der Rede dann eh nur damit verbrachten, irgendwelche Unterlagen über Gewässerverschmutzung durchzuarbeiten, lauthals zu gähnen und mir in den Schritt zu starren) und Sebi wiedermal von einer viel zu alten und viel zu komischen Frau hingerissen war, war der Abend eh schon wieder gelaufen.
Eigentlich war ich mir sicher, dass wir einen Sonderpreis bekämen, es gab aber keinen. Bei den lobenden Erwähnungen wurden wir auch nicht lobend erwähnt. Eigentlich hätten wir dann die 15.000 € gewinnen müssen, aber die hat eine andere Drehbuchautorin gewonnen. Bestimmt nur, weil es in ihrem Film um Köln geht. Und darum hätte Sebi sich ja echt mal kümmern können. Dafür hat er mir aber eine Fanta gekauft.
Nachdem wir beim abschließenden Umtrunk keinen kostenlosen Sekt bekommen hatten und auch keine Brezeln und auch keine berühmten Leute, die wichtig für unsere Karriere sein könnten, kennen gelernt hatten, gingen Sebi und ich nach Hause.
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