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4.7.2007 von Nadine.
Heute waren wir neidisch, weil der Regisseur von la boom exclusiv, unserem großen Vorbild, wenn es um das Thema “Gute Storyentwicklung in Filmen” geht, Jeffrey Greengrass heißt. Er heißt zwar gar nicht Jeffrey Greengrass, sondern Jeffrey Berlin Green, wie ich gerade durch google rausgefunden habe, aber Sebi dachte, er heißt Jeffrey Greengrass oder ich hab ihn falsch verstanden, das tut aber bezüglich dessen, was ich jetzt erzählen will, nichts zur Sache.
Wir waren also neidisch, dass der Regisseur Jeffrey Greengrass heißt, weil das natürlich auf der Berlinale mehr Eindruck macht mit so einem tollen Namen von Welt. Deswegen habe ich vorgeschlagen, dass wir so tun könnten, als seien wir Franzosen und habe gesagt:”Sébastien Ilgère”. Denn französische Filme sind immer gut, habe ich Sébastien erklärt, der sich in der französischen Filmwissenschaft noch nicht so gut auskennt wie ich. “Nee”, hat Sébastien gesagt, “französische Filme sind doch immer blöd. Man darf sie halt nur nicht kritisieren, weil sie französische Filme sind.” Das ist ja wohl erst recht ein Grund so zu tun, als wären wir Franzosen und würden einen französischen Film drehen. Ziemlich Avantgarde wäre das, ziemlich mise-en-scène und ziemlich fin de siècle.
Kritik kann ich nämlich kaum ertragen. Ertragen ja, aber nur wenn ich währenddessen auf der Deutzer Brücke stehe und in den Rhein schaue. Zum Glück sagen meistens nur diejenigen, dass unser Drehbuch schrecklich wäre, die es noch nie gelesen habe. Wie das dann wird, wenn die Leute aus unserem Film kommen und sagen, dass er ihnen “jetzt nicht so” gefallen hat? Wenn wir Dr. Uwe Bolls neuesten Film toppen und die Goldene Himbeere gewinnen? Wenn Ed Wood nicht mehr länger der schlechteste Regisseur aller Zeiten ist, sondern Sébastien Ilgère? Keine Ahnung. Das kommt in meinen Vorstellungen nie vor. Ich bin mir eigentlich sicher, dass alles super wird.
Wenn nicht, wäre das wirklich ein Problem. Meine lange Blog-Abstinenz erklärt sich nämlich einzig und allein durch Sébastiens klitzekleinen Hinweis, dass meine letzten zwei Beiträge an Niveau verloren hätten. Naja, Sébastien darf das. Der geht ja auch ansonsten immer mit mir von der Deutzer Brücke runter und tröstet mich.
Ab dem nächsten Beitrag geht’s wieder aufwärts. C’est promis.
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4.7.2007 von Sebastian.
Als wir farbbekleckert nach Tapete für die Renovierung der Wohnung der alten Leute suchten, da kamen wir in einen namhaften Farb- und Tapetenhandel in Mayen. Wir gingen zur Information und sprachen unser Anliegen sofort aus:
“Wir suchen nach Tapete, die möglichst billig und hässlich sein sollte!”
-”Nä, dat haben wir net.”
Und tatsächlich, weitere Recherchen im Laden ergaben, dass die hässlichste Tapete der Stadt mit stolzen 23,50€ pro Rolle glänzte, schöne Tapeten allerdings schon ab 4€ zu haben waren. Wir kauften dann eine Mittelhässliche, in einem anderen Laden, für 2€ die Rolle und freuten uns, nicht immer jeden Cent dreimal umdrehen zu müssen.
Als Ralf und ich die Wandbemalung für die WG der Lebemenschen entwarfen, da kamen uns vielerlei Ideen. Ralf schlug vor einen tollen Blitz an der Wand entlanglaufen zu lassen, eine Breite von 60cm hielt er für optimal und zeichnete es auf seiner Zeichnung ein. Ja klar, schrie ich auf, bekannt als Fan von Abklebungen, dann können wir die Kanten des Blitzes schwarz färben und jeweils innen einen Streifen weiß abkleben. Hervorragend, gesagt getan, gerade als wir mit Pinsel und Elan loslegen wollten, merkte Ralf mehr beiläufig an: “Ähm, Dir ist schon bewusst, dass gerade ein überdimensionales SS-Logo an die Wand pinseln?”
“Ähm- Nö!”
Wir haben uns dann für das Tannenbaum-Muster entschieden.
Einmal, als ich einen Blogeintrag schrieb, und der Einzige war, der einen Blogeintrag schrieb, da das postmoderne Konstrukt Ralf noch immer an der Vorschrift seines Eintrages werkelt, und Nadine in Vorträgen darüber feststeckte, dass die Kunst niemals durch den Kommerz beschnitten werden dürfte, da erlebte ich die ganze Grausamkeit der Welt in einem kurzen Moment. Nun, der Beitrag war nicht besonders witzig und auch nicht besonders gut, aber es war zumindest einer. Und man durfte auch nicht vernachlässigen, dass er zumindest einen Scherz hatte, der gar nicht mal so schlecht war. Die Vergangenheitsform ist hier mehr als Form, sie ist Inhalt, denn am Tag darauf merkte Nadine mit verschmitzem Lächeln an, sie habe meinen Beitrag gekürzt, der könnte sonst ihrer Karriere schaden. Gekürzt heißt in diesem Fall: entkernt, herausgerissen, denn nach Verlust des einen Scherzes, blieb nichts als “Windstille”.
In diesem Moment bereute ich, dass ich damals bei der Einrichtung dieses Blogs allen drei Konstrukten Administratorrechte gegeben hatte.
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