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25.8.2007 von Nadine.
Der obligatorische “Der Tag danach”-Artikel. Das ist nicht leicht. Leistungsdruck und so, seit ich weiß, dass Stefan seiner Frau den Blog immer vorliest.
Bis gestern haben wir das Haus ausgeräumt, deshalb ist ja auch erst heute der Tag danach- zumindest für mich. Ich bin jetzt zu Hause, damit Sebi abends endlich wieder schlafen kann- ohne mein Gejammere, dass ich einen Splitter im Finger habe und mein Rücken wehtut und überhaupt alles so furchtbar traurig ist. Insgesamt ist alles wundervoll- Wann benutzt man schonmal das Wort “wundervoll”? Sowas hätte ich Toni am Set sicher verboten. Es ist wundervoll, dass wir es hingekriegt haben, dass wir so t0lle Leute kennen gelernt haben und dass wir jetzt wieder Zeit haben. Fragt sich nur, Zeit für was?
Was ich heute bisher gemacht habe: Wäsche gewaschen, Popstars-Das Magazin geguckt, Grillsteak aus der Pfanne gegessen. Nicht gerade meine Lieblingsbeschäftigungen auf der Welt. Ist es das? Will ich so mein zukünftiges Leben verbringen??? Ein Freund schlägt mir gerade vor, dass wir uns die neuen Fenster im Dom angucken könnten- Soll sowas jetzt das Highlight meines Tages sein? Und morgen muss ich mit meiner Hausarbeit anfangen und nächste Woche muss ich in die Keramikfabrik Stäbchen brechen.
Ich will zurück! Ich will zurück zu euch!
Ich will mich zu neunt in den Chrysler quetschen und Motze von Moritz, weil wir schon wieder zu spät sind, ich will Frühstücks-Buffet von Gaby und Stifte von Eva und Tobi aus dem Produktionsbüro, ich will Mitch Guten Morgen sagen, der schon wieder das “Ich habe das Drehbuch nicht gelesen”-T-Shirt anhat, ich will mich in Helenes Zimmer treffen und die nächste Szene besprechen, ich will Freddys lustiges Lachen hören und einen Klaps auf die Schulter von Bene, ich will Moritz zusehen, wie er die Lampe um einen Millimeter verschiebt und Ralf, wie er den perfekten Platz für seinen Watchman findet und Waya, wie sie wieder mit der Klappe aus irgendeiner Ecke rausspringt, ich will Witze mit Lisa machen, weil es vier Uhr ist und wir immer noch drehen, ich will danach trotzdem noch zum See fahren, wo Sebi nacktbadet. Kommt, ich höre mir diesmal auch die Blumenkotz-Geschichte an, ich schreie Sebi nicht mehr an, wenn er eine komische Idee hat, ich esse nicht mehr den ganzen Tag Süßigkeiten, Sprichwörter sind ab jetzt am Set erlaubt, ich rede mit Kurt solange er will über Ameisen, ich passe auf meine Stifte auf, ich trinke nicht mehr aus Michael Pinks Tasse, ich versuche, unkritisch zu gucken und ich setze mich auch dafür ein, dass wir weniger als 16 Stunden drehen, aber lasst uns zurückgehen. Kommt zurück, kommt zurück!
Ich will ja nicht, dass jetzt jemand aus Mitleid zurückkehrt und es klingt natürlich auch ganz schön kitschig, aber ich bin ja eine Freundin psychischer Erpressung. Ich ging in den letzten Tagen durch das Haus, das immer leerer und leerer wurde, aber das ist eine andere Geschichte, die Sebi an anderer Stelle erzählen möchte, und es war wie das Ende von “Titanic”. Leere Gänge, leeres Treppenhaus, leere Zimmer, als hätte dieses Haus seit Jahren niemand betreten, als wäre gar nichts passiert und dann immer wieder kleine Augenblicke, in denen ihr da rumgewuselt seid. Das war wundervoll.
Ihr wart wundervoll!
Nadine
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