Archive für 27.8.2007

Gedanken und so

Irgendwie habe ich mir in der letzten Zeit diese schreckliche Angewohnheit angewöhnt, bei besonders wichtigen Sachen, bei Themen, die eigentlich keinen Spaß verstehen und mit besonderem Bedacht artikuliert werden sollten, den unrühmlichen Zusatz “und so” anzufügen.
“Herzliches Beileid. Und so!”
Weiß auch nicht so genau, aber irgendwie fand ich den Kontrast so herrlich, vielleicht auch nicht, jedenfalls sag ich es jetzt immer. Das wäre ja soweit auch ganz toll vonwegen Freiheit und so, aber leider denkt der Großteil der Bevölkerung weniger gut mit und hält mich deshalb für peinlich. Keine Freunde, Verstoßung, Wüste, man kennt das ja.

Naja, ihr fragt euch sicher, was das jetzt alles miteinander zu tun haben wird. Das weiß ich auch noch nicht so ganz genau, vielleicht klärt sich später aber alles.
Vielleicht ist es auch nur ein Zeichen von Unsicherheit meinerseits. Der Dreh ist nun seit einer Woche vorüber und ich frage mich seit dieser Zeit, was ich denn nun schreiben soll, nach all dem, was geschehen ist. So viele Gedanken und Gefühle, so stark und intensiv, diese Zeit mit euch. Mit Tränen und so. Und das obwohl ich seit zwei Jahren nicht mehr geweint habe. Und Freude zum Reinbeißen, Boom-Chaka-Laka und Hüftschwung. Sehr intensiv eben. Das ist es doch letztlich, was wir alle wollen: Intensiv leben, zumindest sagt das Nadine immer, kurz bevor ich ihr widerspreche, obwohl ich ihr eigentlich zustimmen müsste.

Ich glaube, das sind die Geschichten, von denen man später erzählen wird, wenn man irgend jemanden klarmachen will, wie toll alles früher war. Und es wird niemanden interessieren, weil es niemand versteht, der nicht dabei war. Es war garnicht die Tatsache des Films an sich, die mich so begeistert hat, es war diese Kraft, die von allen ausging und in eine Richtung strebte. Es war dieses Gefühl des Schaffens, das man sofort hatte, wenn man dieses Haus betrat. Dieses geschäftige Treiben und Denken, das auf der Wiese begann und sich bis aufs Dach hinaufzog. Viele Gäste, die uns besuchten, waren begeistert von dem Dreh, ich wusste erst nicht recht warum, denn zu sehen war meist wenig. Es war genau dieses Gefühl, das die Luft zum schneiden dick machte, und für jeden spürbar wurde. Ja, und Teil dieser Kraft zu sein, das war es, dass mich am allermeisten beeindruckt hat und mich bis hierhin zeichnet.

Und das ist der Grund, weshalb es weitergehen muss. Wir werden neues Geld besorgen, neuen Kuchen backen, neue Kameras schnorren und heulen und zittern und beten, und wir werden drehen, wieder.
Mit euch zusammen. Und wir werden wieder ziehen an einem Strang, vielleicht noch fester, denn ab jetzt gehören wir zusammen. Zieht euch warm an, es wird Winter.

Wie soll ein Blogeintrag werden, der doch nichtmal annähernd erfassen kann, was wichtig ist für diese Zeit und für mich und vielleicht auch für euch. Ein Blogeintrag auf den aber dennoch alle gespannt schauen werden. Da kommen einem schonmal eigenartige Ideen für den Anfang, und so.

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