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27.10.2007 von Nadine.
In einer Welt voll Frieden und Freundschaft, so heißt es immer, solle man sich nicht von irdischen Gütern lenken lassen, nicht dem Mammon dienen und Geld nur ja nicht zu viel Bedeutung beimessen.
Keine Ahnung, was grad los ist. Aber wenn noch ein bisschen weniger los wäre, würde sich die Filmrolle wieder aufrollen und zurück in die Kamera hüpfen.
Und doch habe ich das Gefühl, dass ohne Geld nichts weitergeht. Ja, ich weiß, wir sollen keine Schätze sammeln auf Erden, wo sie die Motten und der Rost fressen. Aber wenn man seine Schätze nicht gerade im Kleiderschrank versteckt oder im Regen draußen stehen lässt, passiert so was normalerweise auch nicht. Gebt mir Geld, ich lege es in meine alte Diddl-Spardose! Ich hab jetzt keinen Bock mehr auf Anti-Kapitalismus und Idealismus und Krötenrettung.
Zum Glück hab ich gestern in der Uni eine tolle Ausschreibung entdeckt: Versuchspersonen, männlich, 1,80m plus/minus 10 Zentimeter zwischen 20 und 30 Jahren für Raumfahrtstudie gesucht. Da muss man nur drei Mal 33 Tage im Krankenhaus verbringen und so ein paar Tabletten schlucken, von denen Knochen schwinden oder wieder wachsen, so genau hab ich das jetzt auch nicht verstanden. Ist aber auch egal, denn bei dieser Studie bekommt man 10.000 € !! Das hab ich Sebi auf jeden Fall direkt vorgeschlagen. Da kann er hingehen, während ich in Paris bin, weil ihm ohne mich eh langweilig ist. Ich weiß ja nicht, ob er seine Knochen noch braucht, Opfer für die Kunst sind aber immer gut. Auch für den Lebenslauf. Ich zum Beispiel würde es machen, bin nur leider nicht männlich und auch nicht 1,80. Sebi hat mich dann noch drauf hingewiesen, dass Ralf ja auch noch da sei. Stimmt. Ralf, der immer behauptet, dass er laut irgendeiner Internetstudie der perfekte Liebhaber sei, weil er braune Haare hat und blaue Augen und 1,90m ist. Würde also grad noch gehen. Dann haben wir uns aber überlegt, wie Ralf aussähe, wenn auch noch seine Knochen weg wären. Das können wir leider echt nicht verantworten.
Dann warten wir jetzt halt weiter. Auf den Anruf von Jörg Pilawa, die Mehrwertsteuer und den Tod. Währenddessen sammeln wir schon mal unsere Schätze im Himmel.
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