Archive für November 2007

Tosender Beifall für den Trailer

Da Sebi und seine Freundin heute in der Uni einen Film vorgestellt haben, fuhren wir zu Freddy nach Bonn, um den Trailer fertigzustellen, denn wann hat man schon mal die Möglichkeit, einen Trailer einem großen Publikum auf einer großen Leinwand zu zeigen? Wann erreicht man schon mal seine Zielgruppe, wann kriegt man schon mal tosenden Beifall? Wenn nicht im Filmkeller der Uni Köln am Delikatessen-Abend.

Fleißig wurden Einladungen verschickt an Dozenten, an Freunde und an Feinde, falls die Freunde nicht kommen können. Und obwohl Sebi und ich müde waren und Sebi nicht Zug fahren kann (er kann keine Fahrkarten lösen, er will sich immer auf dem Kopf in den Zug setzen, er kauft sich Süßigkeiten aus dem Automaten am Bahnhof, der bestimmt nur ein Mal pro Jahr gefüllt wird, ihh (nicht mal ich kauf mir da was, obwohl ich meine neue Lieblingssüßigkeit weißes Kinder Bueno gesehen habe)), sind wir mit dem Zug nach Bonn gefahren. Zu Freddy.

Das, was jetzt mit dem Film zu tun hat, ist eigentlich langweilig. Aber das ist ja immer noch ein Filmblog. Also ich hab halt zugeguckt, wie Sebi zuguckt, wie Freddy den Film schneidet. Na ja, hat echt Spaß gemacht. Einmal hab ich da eine Wimper auf Sebis Gesicht gesehen, hab mir aber nichts gewünscht, sondern die Wimper weggeschmissen und einmal… Nee, Quatsch, ich hab natürlich schon gute Tipps gegeben. Und hab Kaffee geholt. Und ich hab den Jungs gesagt, dass sie sich mal ein bisschen beeilen sollen. Wir mussten nämlich um halb8 wieder in Köln sein. Freddy wollte aber ständig noch die “Cooler-Titel”-Taste drücken und daher wurde es dann schon ziemlich knapp. Wie es typisch ist, hat sich dann natürlich auch noch die Festplatte aufgehangen, wie Marilyn, und dann hab ich den Jungs gesagt, Nee nee, das schaffen wir nicht mehr. Träume zerplatzten wie Seifenblasen und Sebi rannte dann schonmal zum Bahnhof, wo er den Zug, der mit 9 Minuten Verfrühung abfuhr, gerade noch kriegte, und setzte sich auf dem Kopf in den Zug, weil ich nicht mehr da war, um ihm zu sagen, dass das so nicht geht.

Freddy und ich saßen bei Freddy und tranken Milchshakes, weil wir bis zum nächsten Zug ja noch eeeewig Zeit hatten. Wir haben auch noch ein bisschen gefochten und uns Schwänke aus unserem Leben erzählt. 15 Minuten vor Abfahrt des nächsten Zuges, als der PC endlich fertig gerendert hatte, merkten wir auf einmal, dass wir von einer Szene nur den Ton hatten und kein Bild. Wir überlegten uns, ob wir lieber ein Hörspiel machen wollten. Eigentlich sprach nichts dagegen. Na ja, da müssen wir mal Ralf fragen, ob er einverstanden ist. Wir machten also doch erstmal einen Film. Noch 12 Minuten bis zur Abfahrt. Noch 12 Minuten Transkodieren. Super, dann würden wir also den nächsten Zug auch noch verpassen. Dann transkodierte es aber zum Glück plötzlich ganz schnell fertig. Unter vollem Einsatz sprinteten Freddy und ich dann zum Bahnhof. Wir rannten sogar todesmutig durch den Bonner Drogenweg. Ich nahm eine benutzte Nadel, die da rumlag, und bin jetzt endlich drogenabhängig und immer gut drauf.

Als wir im Filmkeller ankamen, waren sogar ein paar Leute da. Da freuten wir uns. Leider mussten wir unseren Trailer jetzt nach dem Film zeigen, den Sebi vorgestellt hatte. Und da sein vorgestellter Film irgendwie nicht so beliebt war, gingen schon einige Leute währenddessen. Als dann der Abspann kam, sind auch die anderen gegangen und den Abspann konnte man leider nicht unterbrechen, weil er zum Film dazugehörte. Am Schluss waren noch wir da und der Junge, der den Filmkeller abschließen muss. Und der hat noch irgendwas rumgekruschtelt, während unser Trailer lief.

Mir egal. Wir haben zum ersten Mal einen Trailer von uns gesehen. Auf einer Leinwand. Also meinen Geschmack hat es getroffen, ich würde mir den Film angucken. Freddy, der Perfektionist, will ihn jetzt nochmal überarbeiten, aber wahrscheinlich gibt es in den nächsten Tagen die erste Vorabversion! Ich hoffe, ihr freut euch dann auch, denn jeder, der den Trailer bisher gesehen hat (wir), findet ihn toll. Da haben wir die Zielgruppe ja echt getroffen.

Freundewiedersehensfreude

“Wow, wir haben uns so lange nicht gesehen!” “Und, wie läuft’s?” “Was macht die Liebe?” “Alles Roger in Kambodscha?” “Du hier, und nicht in Hollywood?”

Man kennt das, alte Freunde wieder zu treffen, das kann anstrengend sein. Vor allem wenn die Freunde wirklich alt sind und die nicht gemeinsam erlebten Geschichten lang.

“Wir können ja dann mal ein Bier zusammen trinken gehen.” “Hey, gib mal Deine Nummer. Man kann sich ja demnächst anrufen…”

So laufen wohl die meisten Wiedersehensfreuden ab, und nichts bleibt als ein weiterer belegter Speicherplatz im Telefonbuch unter unbekanntem Namen.
Aber es gibt auch diese anderen Treffen, diese, die ganz unvorhersehbar eintreten. Dieser Blick, das magische Leuchten um den anderen und die Zeitlupe, die sofort das Leben um einen erfasst, während man auf sich zu tritt. Und man versteht sich, lacht und spaßt, obwohl man sich vielleicht Jahre nicht gesehen hat. Und man trinkt zusammen Bier, noch am selben Abend, und vergisst die Nummern auszutauschen, weil es so viel zu erzählen gibt.

Ihr glaubt vielleicht nicht an diese zweite Sorte, aber Nadine und ich trafen so einen Freund am Samstag. Wir haben gelacht und getanzt, alte Geschichten erzählt, ohne uns zu langweilen. Wir haben Bier getrunken und auch ein bisschen Schnaps. Und obwohl wir in der Zwischenzeit viel aneinander gedacht hatten, waren wir doch überrascht, wie cool unser Freund wirklich war. Mal witzig, mal ernst, mal irgendwo dazwischen, mal dezent, mal laut. Und immer noch verdammt gut aussehend.
Wir sind dann nach sechs Stunden wieder heim gefahren, haben uns aber für die Zukunft schon einige Male verabredet, werden wohl wieder mehr Zeit miteinander verbringen. Wie damals.

Achso, ihr kennt ihn übrigens auch, wir sollen euch alle nett grüßen, er freut sich, euch demnächst nochmal zu treffen, er ist nämlich ziemlich stolz, was aus ihm geworden ist, will sich aber noch ein bisschen fein machen. Bis dahin hängt er noch ne Weile bei unserem Cutter in Düsseldorf rum.
Ins Handy haben wir ihn auch eingespeichert. Unter “Ayuda”.

Blumen

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