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31.1.2008 von Nadine.
Toll, wir sind auf der Startseite von jetzt.de. => Wir sind berühmt! Leider liest ausgerechnet heute niemand jetzt.de, weil alle beim Karneval sind. Da sag ich doch mal: Toppo! :o)
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25.1.2008 von Sebastian.
So langsam kommen die Motoren in Schwung, volle Kraft vorraus! Der Nachdreh naht…
Woran man das merkt?
‘An den vielen Blogeinträgen’ rufen die humanoiden Fans des Blogs, die gerade von ihrer wilden Demo zurückgekehrt sind. Während Bene noch ein paar Striche an der Zeichnung korrigiert, die er sich frisch ausgedruckt hat, um sie mit den entscheidenden Details zu ergänzen, übt Toni schonmal dieses berühmte Schnalzen, das zwar seitdem alle zu imitieren versuchen, es aber höchstens zu einem läpischen Zungenschnipsen bringen. Stefan hat derweil seiner Frau alle Blogeinträge als Hörbuch auf CD gebrannt, und verbringt die nun gewonnen freien Abende in diversen Stripclubs und begeistert die Mädels mit seinem Schraubenzieher aus der Seitentasche.
‘Daran, dass unsere Lieblingsschauspieler einen vollen Terminkalender haben, und nicht mehr ans Telefon gehen’ stöhnt Nadine auf französisch, während sie erneut versucht Jonas’ Skiurlaub, Katrins neue Hauptrolle und Joyces Engagement in München unter einen Hut zu bringen. Dass Nadine als Einzige keine Zeit hat und ihre geliebte Uni ausfallen lassen muss, wurde nicht berücksichtigt, da sie das ebenfalls auf französisch anmerkte. Und das versteht hier niemand.
‘Daran, dass Sebi mal wieder eine Erneuerung der Homepage will’ ruft Ralf aus Karlsruhe und verschlabbert dabei seinen Drivercocktail mit ganzen Fruchstücken. Zum Glück kann sein mittlerweile verbesserter Roboter innerhalb von 14,43 Sekunden einen neuen Cocktail mixen, den Schalter für den Aufzug verfehlt er allerdings um Haaresbreite, so dass Ralf nun zwei Cocktailpfützen aufwischen muss.
‘Nein!’ sage ich selbst, während ich einen selbstreflexiven Blogeintrag schreibe. Es sind die Träume, die mich seit gestern wieder jede Nacht begleiten. Ein Traum vom Dreh, unvorbereitet, ohne Essen, ohne Kamera, ohne Drehbuch, mit nörgelndem Team und das ganze kurz vor Sonnenuntergang. Ein Traum, den jeder Filmemacher kennt. Und der bis zum Dreh bleiben wird. Und der uns eigentlich nur eines sagen will: ‘Es geht wieder los!’
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25.1.2008 von Nadine.
Januar 2008: Nachdem die Namensstreitereien nun mehr oder weniger beigelegt wurden - ja, ja, so wie es aussieht, wird das Baby auch weiterhin Ayuda heißen - sind nun wohl alle Unklarheiten zwischen Sebi und Nadine beseitigt und Nadine kann sorglos nach Paris auswandern, um sich “kulturell zu bilden”. Sebi bleibt derweil in Köln zurück. Er hat eine Klage von J. Zimmermann am Hals, die besagt, dass der Blog dem Ansehen des Films schade. Vor J. Zimmermanns Appartment kommt es zu wilden Protesten treuer Blogleser (Bene, Toni und ein humanoider Roboter, der Aufzug fahren kann), die fordern, dass der Blog erhalten bleiben soll.
Februar: Auf der Berlinale sehen Sebi und Nadine Jerry Bruckheimer. Sie trauen sich nicht, ihn anzusprechen, doch Jerry kommt von selbst auf die beiden zu, da ihn sein spanischer Kumpel Carletto Darwin, dessen Blog er abends vor dem Einschlafen gerne liest, bereits für „Ayuda“ begeistert hat. Jerry will sich gerne des Projektes annehmen. Er hat ein paar kleinere Änderungsvorschläge, die er Sebi unter vier Augen unterbreiten will. Als Sebi während dieses Gesprächs den Kopf schüttelt, sieht Nadine von weitem, dass Jerry Sebi einen Koffer mit Geld zusteckt. Leider muss der Koffer in Berlin bleiben, weil Sebi sonst das erlaubte Höchstgewicht im Flieger überschreiten würde. Der Weihnachtsspeck ist noch nicht runter.
März: Während Nadine an der Seine ihre Februarferien genießt, hat Sebi eine wichtige Unterredung mit Moritz Kameramann. Jerry Bruckheimer möchte 1. eine Szene, in der ein Auto explodiert, integrieren – Moritz stimmt sofort zu und 2. Tom Cruise in der Rolle von Kilian besetzen – Moritz fragt, was das solle. Sebi sagt, dass Tom Cruise einen Imagewandel zum schüchternen Intellektuellen plane. Der für Ostern angesetzte Nachdreh fällt ins Wasser, weil bei Nadine erst im April Ostern ist.
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23.1.2008 von Sebastian.
Heute war ein guter Tag. Wir waren von Morgens bis Abends in Düsseldorf bei Aron, unserem Cutter. Wir haben tolle Szenen geschnitten, und tolle Szenen gesehen und uns toll verstanden und tolle Ideen gehabt. Von einer dieser Ideen möchte ich erzählen: Es ist die “Gruselzimmer-Idee”.
Beim Schneiden hat man ein Problem: eigentlich muss man den Film schneiden, und dann, wenn er fertig ist, herausfinden, was an welcher Stelle noch fehlt. Leider kann man den Film nie fertig schneiden, weil an einigen Stellen noch etwas fehlt, so fällt es auch schwer herauszufinden, was das ist, und an welchen Stellen.
So zum Beispiel bei der Musik. Da man beim Schnitt noch keine Musik hat (man findet ja erst raus, wo man welche braucht) kommt man nicht recht in die Stimmung, die man aber braucht, um sich für Musik zu entscheiden. Filmemacher und Cutter arbeiten deshalb seit jeher mit einem Trick, dem sogenannten “temp track”. Dieser besteht aus bereits bekannter Musik, die einfach mal drauf gelegt wird, um ein Gefühl für die Stimmung der Szene zu bekommen, nach der der Komponist dann seine Musik ausrichten kann. Die meisten Filmemacher verlieben sich recht schnell in ihre “TempTracks” und wollen ganz ähnliche Musik, oder direkt den “TempTrack” behalten. Und da wir großen Filmemachern in allen Bereichen nachstreben, sind auch wir in unseren “TempTrack” verliebt. Oder besser gesagt in ein Stück des Tracks, eben das, das die Szene im “Gruselzimmer” untermalt.
Es ist so ein Stück mit einem tollen Kinderchor und coolem Klavier. Da weder Nadine (Musikkennerin), noch ich (Gesangstalent) , noch Aron (generell schlau) das Stück oder den Chor kannten, war schnell klar: das muss ein kleinerer Schulchor sein, vielleicht eine nahe Grundschule, offenbar sogar in Deutschland, denn es gibt auch ein deutsches Lied von diesem Chor: Rammsteins “Engel”. Das wird leicht, dachte sich das aufstrebende Jungteam. Denn Grundschüler, die Rammstein hören, werden froh sein, ein Lied in unserem Film positionieren zu dürfen, und das gratis!
Mittlerweile haben wir herausgefunden, der Chor heißt “Scala”, die deutsche Grundschule wird von 60 Mädchen im Alter von 14-18 Jahren besucht und liegt in Belgien und sein Schulchor ist nebenbei der erfolgreichste Mädchenchor der Welt.
Naja, vielleicht sollten wir lieber Hans Zimmer fragen, ob er uns was für “Ayuda” schreibt, der spricht nämlich wenigstens deutsch.
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6.1.2008 von Sebastian.
1.Dinge, die mir gefallen, gefallen Nadine nicht.
2.Dinge, die Nadine gefallen, gibt es nicht.
3.Ralf ist entweder meiner Meinung, oder der von Nadine.
Wer nun die Frage nach Einigungsmöglichkeiten als “Dilemma” beschreiben würde, hat entweder einen Logikschein oder ist ein lügender Kretaer. Ich beschreibe sie lieber als tägliche Ausgangssituation in unserer Filmproduktion, die meistens dazu führt, dass Ralf genervt den Raum verlässt, Nadine weint, bis sie ihren Willen bekommt, oder der Regisseur mit einer pathetischen Rede die Situation zu retten versucht. Nichts davon hat jemals wirklich zur Lösung eines Problems beigetragen. Und so sind wir uns wiedermal in nichts einig. Angefangen vom Drehtermin bis hin zum Abspannlied.
Nicht müde werdend versuche ich dennoch die drei Triolanten im Triell zu versöhnen und die Variablen der Trinomischen Gleichung aufzulösen.
Dieser Umstand führt also dazu, dass einige Fragen, die wegen o.g. Unmöglichkeit der Klärung zunächst verschoben wurden; stets in der Hoffnung, dass entweder jemand von uns stirbt und damit die Logikfalle entschärft werden könnte (wahrscheinlich) oder sich doch jemand der Meinung der anderen anschließt (unwahrscheinlich).
Aktuell stellt sich da gerade die völlig überbewertete Frage des Filmtitels. Während der ganz frühen Vorbereitung kam es nämlich zu einer Besonderheit, einer kleinen pragmatisch orientierten Umgehung des Dilemmas, ohne die wir wohl nie hätten beginnen können, die ihre Auswirkungen nun aber deutlicher denn je zeigt. Ralf und ich hatten in einem unbeobachteten Moment einen Schriftzug mit dem Inhalt “Ayuda” ins Spiel gebracht. Und so hieß der Film dann auch. “Ayuda”. Ganz schnell, ganz einfach, das war dann halt so. Und Nadine weinte lange.
Nun sind die Diskussionen hitzig, die Temperatur steigt. Die Positionen stellen sich wie folgt dar:
Der Arbeitstitel des Film ist “Ayuda”.
a) Ich möchte entweder “Ayuda” als Titel (a1),
oder einen Titel, der besonders lang ist (mindestens 4 Wörter) (a2).
b) Nadine möchte,
wenn a1), dann einen Titel, in dem “Ayuda” nicht vorkommt. (b1)
wenn a2), dann einen Titel, der nicht so besonders lang ist. (b2)
c) Ralf möchte entweder (a1 und a2) oder (b1 und b2) oder beides oder nichts davon.
Recht knifflig, will man meinen. Aber dank meiner logischen Grundausbildung war es mir ein Leichtes das Rätsel zu lösen. Noch besser: Dem ersten von euch, der eine Lösung für das Problem findet, winkt als Belohnung eine Top-Trailer-DVD.
Also, Hirne einschalten und loslogiken!
Achja, ich überlege, ob es nicht vielleicht klüger wäre den Film “Dem Film, der als erster alle Kritiker weltweit überzeugen konnte” zu nennen, dann können wir wenigstens beim nächsten Film draufschreiben:
“Von den Machern von ‘dem Film, der als erster alle Kritiker weltweit überzeugen konnte’”
Aber ob sich das logisch vereinbaren ließe, wage ich noch zu bezweifeln.
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