Archive für 6.1.2008

Brot und Spiele

1.Dinge, die mir gefallen, gefallen Nadine nicht.
2.Dinge, die Nadine gefallen, gibt es nicht.
3.Ralf ist entweder meiner Meinung, oder der von Nadine.

Wer nun die Frage nach Einigungsmöglichkeiten als “Dilemma” beschreiben würde, hat entweder einen Logikschein oder ist ein lügender Kretaer. Ich beschreibe sie lieber als tägliche Ausgangssituation in unserer Filmproduktion, die meistens dazu führt, dass Ralf genervt den Raum verlässt, Nadine weint, bis sie ihren Willen bekommt, oder der Regisseur mit einer pathetischen Rede die Situation zu retten versucht. Nichts davon hat jemals wirklich zur Lösung eines Problems beigetragen. Und so sind wir uns wiedermal in nichts einig. Angefangen vom Drehtermin bis hin zum Abspannlied.

Nicht müde werdend versuche ich dennoch die drei Triolanten im Triell zu versöhnen und die Variablen der Trinomischen Gleichung aufzulösen.

Dieser Umstand führt also dazu, dass einige Fragen, die wegen o.g. Unmöglichkeit der Klärung zunächst verschoben wurden; stets in der Hoffnung, dass entweder jemand von uns stirbt und damit die Logikfalle entschärft werden könnte (wahrscheinlich) oder sich doch jemand der Meinung der anderen anschließt (unwahrscheinlich).
Aktuell stellt sich da gerade die völlig überbewertete Frage des Filmtitels. Während der ganz frühen Vorbereitung kam es nämlich zu einer Besonderheit, einer kleinen pragmatisch orientierten Umgehung des Dilemmas, ohne die wir wohl nie hätten beginnen können, die ihre Auswirkungen nun aber deutlicher denn je zeigt. Ralf und ich hatten in einem unbeobachteten Moment einen Schriftzug mit dem Inhalt “Ayuda” ins Spiel gebracht. Und so hieß der Film dann auch. “Ayuda”. Ganz schnell, ganz einfach, das war dann halt so. Und Nadine weinte lange.

Nun sind die Diskussionen hitzig, die Temperatur steigt. Die Positionen stellen sich wie folgt dar:

Der Arbeitstitel des Film ist “Ayuda”.
a) Ich möchte entweder “Ayuda” als Titel (a1),
oder einen Titel, der besonders lang ist (mindestens 4 Wörter) (a2).

b) Nadine möchte,
wenn a1), dann einen Titel, in dem “Ayuda” nicht vorkommt. (b1)
wenn a2), dann einen Titel, der nicht so besonders lang ist. (b2)

c) Ralf möchte entweder (a1 und a2) oder (b1 und b2) oder beides oder nichts davon.

Recht knifflig, will man meinen. Aber dank meiner logischen Grundausbildung war es mir ein Leichtes das Rätsel zu lösen. Noch besser: Dem ersten von euch, der eine Lösung für das Problem findet, winkt als Belohnung eine Top-Trailer-DVD.

Also, Hirne einschalten und loslogiken!

Achja, ich überlege, ob es nicht vielleicht klüger wäre den Film “Dem Film, der als erster alle Kritiker weltweit überzeugen konnte” zu nennen, dann können wir wenigstens beim nächsten Film draufschreiben:

“Von den Machern von ‘dem Film, der als erster alle Kritiker weltweit überzeugen konnte’”

Aber ob sich das logisch vereinbaren ließe, wage ich noch zu bezweifeln.

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