Ein Tag in Düsseldorf

Heute war ein guter Tag. Wir waren von Morgens bis Abends in Düsseldorf bei Aron, unserem Cutter. Wir haben tolle Szenen geschnitten, und tolle Szenen gesehen und uns toll verstanden und tolle Ideen gehabt. Von einer dieser Ideen möchte ich erzählen: Es ist die “Gruselzimmer-Idee”.

Beim Schneiden hat man ein Problem: eigentlich muss man den Film schneiden, und dann, wenn er fertig ist, herausfinden, was an welcher Stelle noch fehlt. Leider kann man den Film nie fertig schneiden, weil an einigen Stellen noch etwas fehlt, so fällt es auch schwer herauszufinden, was das ist, und an welchen Stellen.
So zum Beispiel bei der Musik. Da man beim Schnitt noch keine Musik hat (man findet ja erst raus, wo man welche braucht) kommt man nicht recht in die Stimmung, die man aber braucht, um sich für Musik zu entscheiden. Filmemacher und Cutter arbeiten deshalb seit jeher mit einem Trick, dem sogenannten “temp track”. Dieser besteht aus bereits bekannter Musik, die einfach mal drauf gelegt wird, um ein Gefühl für die Stimmung der Szene zu bekommen, nach der der Komponist dann seine Musik ausrichten kann. Die meisten Filmemacher verlieben sich recht schnell in ihre “TempTracks” und wollen ganz ähnliche Musik, oder direkt den “TempTrack” behalten. Und da wir großen Filmemachern in allen Bereichen nachstreben, sind auch wir in unseren “TempTrack” verliebt. Oder besser gesagt in ein Stück des Tracks, eben das, das die Szene im “Gruselzimmer” untermalt.
Es ist so ein Stück mit einem tollen Kinderchor und coolem Klavier. Da weder Nadine (Musikkennerin), noch ich (Gesangstalent) , noch Aron (generell schlau) das Stück oder den Chor kannten, war schnell klar: das muss ein kleinerer Schulchor sein, vielleicht eine nahe Grundschule, offenbar sogar in Deutschland, denn es gibt auch ein deutsches Lied von diesem Chor: Rammsteins “Engel”. Das wird leicht, dachte sich das aufstrebende Jungteam. Denn Grundschüler, die Rammstein hören, werden froh sein, ein Lied in unserem Film positionieren zu dürfen, und das gratis!

Mittlerweile haben wir herausgefunden, der Chor heißt “Scala”, die deutsche Grundschule wird von 60 Mädchen im Alter von 14-18 Jahren besucht und liegt in Belgien und sein Schulchor ist nebenbei der erfolgreichste Mädchenchor der Welt.

Naja, vielleicht sollten wir lieber Hans Zimmer fragen, ob er uns was für “Ayuda” schreibt, der spricht nämlich wenigstens deutsch.

2 Antworten auf “Ein Tag in Düsseldorf”

  1. Lars sagt:

    Oder DJ Tomekk, der hat doch jetzt Zeit.

  2. Bene Greiner sagt:

    kenn ich - haben mal in einem theaterstück die scala “schrei nach liebe” version verwendet.
    ganz ehrlich: dreist sein und anfragen! meine das im ernst!

    gruß, bene

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