Archive für 7.5.2009

Sebi und Ayuda

Wenn Ayuda ein Kuchen wäre, hätte Sebi die Hälfte davon gebacken. Er hätte auch die Glasur drauf gemacht und er hätte, so gut er kann, versucht, die Buchstaben “A” “Y” “U” “D” “A” drauf zu schreiben. Wenn er gemerkt hätte, dass die Buchstaben zu krakelig würden, hätte er mich gefragt, ob ich es für ihn schreiben würde. Das würde ich gerne. Außerdem hätte Sebi auch die Hälfte der Zutaten bezahlt.

Manchmal heißt es “Kirchwald und Ayuda”, dann “Die Hilgers und Ayuda”, “Sebi, Ralf, Nadine und Ayuda” oder “Sebi, Nadine und Ayuda”, zuletzt hieße es aber “Sebi und Ayuda”. Ich kann euch wirklich sagen, ich habe viel an “Ayuda” gedacht und gearbeitet und reingesteckt. Am zweitmeisten. Einer hat noch mehr dran gedacht, gearbeitet und reingesteckt. Nämlich der, der immer sagt: “Das haben wir doch alles zusammen gemacht.” Zusammen heißt aber in dem Fall, Sebi übernimmt die unangenehmen Jobs, Nadine sitzt daneben, lächelt nett und sieht dabei mittelgut aus.

Sebi wird offensichtlich von mehreren Lichtquellen beleuchtet, denn er musste über viele Schatten springen, damit wir dorthin kommen, wo wir jetzt sind. Telefonieren mag er nicht - klassischer Fall Telefonkrankheit. Er blutet immer aus dem Ohr, wenn er irgendwo anruft. Ruft aber trotzdem an. Ich hätte wirklich nicht gewusst, wie ich anfangen soll, wenn ich jemanden um Sponsoring bitten soll. Ich hab nur einmal bei der Brauerei angerufen und gefragt, ob wir das Bier billiger bekommen. 1. hab ich mir fast in die Hose gemacht dabei und 2. haben wir das Bier nicht billiger bekommen. Sebi fängt immer richtig an. Vielleicht hat er beim Selbstrepräsentationskurs von der Bundeswehr gelernt, wie man jemanden charmant um 10.000 € bittet, wahrscheinlich konnte er es aber schon vorher. Die meisten schätzen ihn auf 30 wegen der Ruhe und der Lebenserfahrung, die er ausstrahlt. Am Ende freuen sie sich, dass sie Sebi helfen konnten. Sie stoßen an auf weitere erfolgreiche Zusammenarbeit und wünschen ihm ein langes Leben.

Nachdem Sebi sein Talent an drei eintägigen Kurzfilm-Drehs erprobt hat, lässt er sich auf einen 18-tägigen 16mm Dreh mit 40 Leuten ein. Er spinnt! Sowas macht doch kein Mensch! Und was passiert? Wie immer: Sebi hat alles unter Kontrolle. Klar hat er Angst. Aber das merkt niemand. Weil Sebi, wenn er Angst hat, einfach schnell mal auf dem Klo verschwindet und Drehbuch liest. Kein einziges Mal in 20 Tagen lässt er seinen Stress an der Crew aus. Stattdessen verbreitet er in den Drehpausen noch gute Laune und wird nach Kurt zum zweitbeliebtesten Ayuda-Teammitglied gewählt. Wenn Sebi sich jetzt Ayuda anguckt, seufzt er manchmal an dieser oder jener Stelle, weil ihm dort was nicht aufgefallen sei oder man da noch etwas hätte besser machen können. Sebi spinnt! Alles, was er kann, hat er sich selbst beigebracht oder ich habs ihm gesagt. Während er an Kleinigkeiten rummäkelt, fragt sich jeder andere, woher er überhaupt wusste, wie das alles geht.

Sebi verrät nie, wie viel Geld er in Ayuda investiert hat. Aber ich glaube, ohne Ayuda wäre er reich. Wenn er mal nicht weiß, wie es denn nun weitergehen soll, wird ihm schlecht, dabei hat er nicht gerade einen nervösen Magen. Sebis Herz steckt in Ayuda. Keiner von uns anderen musste die Verantwortung tragen, weil wir wussten, hinter uns steht immer noch Sebi. Letztendlich hängt es an ihm. Und er beschwert sich nicht darüber, weil es ja das ist, was er machen will. Er beschwert sich nur, dass ich ihn nicht oft genug loben würde. Ich hoffe, Sebi wird Regisseur. Er hat es verdient, vor allem aber kann er es. Das sieht man an dem Foto.

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Der Junge mit den schwarzen Haaren, der mit der lila Regenjacke bei den Feuerwehrmännern stand und den Polizisten gedoubelt hat, ab und zu hat er fehlende Sätze reingesagt, er hat selten auf den Monitor geguckt, meistens auf die Schauspieler, er war stolz darauf, dass sein Name auf der Klappe stand. Wenn es nach ihm geht, hat er braune Haare. Egal, ich bin stolz auf ihn.

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