Archive für August 2009

Ein offener Brief

Liebe Mücke Hilger,

in diesem offenen Brief möchte ich einige der Dinge klarstellen, die in der letzten Zeit zwischen uns nicht ganz korrekt abgelaufen sind. Ich wähle nun diese Form, da ich mehr und mehr das Gefühl hatte, dass wir uns auf der reinen Gesprächsebene nicht mehr treffen und ich nun kaum mehr eine andere Möglichkeit sehe.

Manchmal habe ich den Eindruck, Du würdest absichtlich Deinen Familiennamen verleugnen, zumindest immer dann, wenn es ein bisschen was zu tun gibt.

Was zum Beispiel ist eigentlich mit der Förderung der Filmstiftung NRW, häh? Wir hatten uns doch einvernehmlich darauf geeinigt, dass Du Dich darum kümmern solltest, weil Du als einziger von uns zwar kein Student, aber gleichzeitig jung genug bist, um die Förderung zu bekommen. Damit bist Du wahrscheinlich die einzige Person Deutschlands, die überhaupt in die Nachwuchsförderung kömmen könnte, und das weißt Du! Bis heute warten die werten Herren und Damen in Düsseldorf auf Deinen Antrag, um uns wohlwollend einige Tausender zu überweisen. Bisher  ist bei mir keine Zahlung eingegangen, ich vermute das deutet daraufhin, dass Du Dich wieder einmal nicht darum gekümmert hast.

Oder die Sache mit der Dämmerung. Ich habe Dich mehr als einmal darum gebeten, doch mal zu prüfen, ob man überhaupt eine so große Szene auf dem Parkdeck innerhalb einer halben Stunde Dämmerung abdrehen könnte. Bis zuletzt hatte ich von Dir kein einziges Problem bei der Sache aufgezeigt bekommen, so dass ich ja davon ausgehen musste, dass es funktionieren würde. Das Ergebnis kannst Du Dir ja mal auf den Mustern anschauen.

Und dann die Sache mit der Schauspielerei. Zuerst hattest Du nichts dagegen im Film mitzuspielen. Meinen Vorschlag, als Haustier von Sammy und Kilian aufzutreten hast du zwar schweigend, aber ohne Widerworte akzeptiert. Und dann muss meine Mutter mich darauf hinweisen, dass Du abhauen würdest! Hättest uns ja auch mal früher darüber in Kenntnis setzen können, dass du mit hoher Wahrscheinlichkeit das Weite suchen und auch finden würdest, nur um als plattes Fellknäuel auf der Bundesstraße zu enden. Dann hätten wir nämlich frühzeitig nach Ersatz schauen können, so musste die Rolle unbesetzt bleiben. Und ich stehe wieder mal als Depp da, während Du Dich in Unwissenheit sonnst.

Und dass Du Deinen Expertenrat in Sachen “Ruhezeiten” für Dich behalten hast, haben Dir die Beleuchter bis heute nicht verziehen.

Also liebe Mücke. Ich hoffe beim nächsten Film hängst Du Dich ein bisschen mehr rein, sonst kriegst Du von mir sicher nichts mehr zu fressen!

Seb Hilger

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