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November is beautiful

Der November ist der schönste Monat im Jahr.

Im November lässt die Sonne die Seen glitzern und die aufsteigenden Wassertröpfchen bilden einen weißen Schleier über der Wasseroberfläche.

Es regnet eigentlich sowieso nie im November, aber wenn, dann nur sanfte warme Tröpfchen, die die Menschen wie eine Schutzhülle umgeben. Dann brauchen wir vor nichts mehr Angst zu haben.

Es ist nicht zu kalt und nicht zu warm im November, sondern immer genau richtig.

Im November stecken honiggelbe Krokusse ihre Köpfchen aus dem von einer saftigen Wiese überwucherten Boden, bunte Blätter bedecken den moosigen Waldweg, der Wind umspielt die Haare und kleine Igelchen spazieren durch den Garten.

Ich wette, der November wird auch bald euer Lieblingsmonat. Denn, das steht jetzt fest: Die Ayuda-Premiere findet im November statt. Am wievielten teilen wir euch, sobald wir den Termin vom Kino bekommen haben, mit, es wird aber höchstwahrscheinlich ein Samstag ab ca. 17 Uhr sein. Ihr kriegt alle noch ne Einladung, könnt euch aber ja jetzt schon ein bisschen frei halten! Wir freuen uns wie Bolle.

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Nadine Oh Gott ich hab’s euch doch gesagt Mann

“Ich hab’s euch doch gesagt.” Diesen Satz bekommt ein gewisser Jung- inzwischen Mittelaltregisseur zur Zeit des Öfteren zu hören. Aus wessen Mund? Aus meinem natürlich. Denn, wie ich auch schon gesagt habe, stellt sich jetzt eben so langsam raus, dass das, was ich doch gesagt habe, tatsächlich richtig war. Hab ich ja gesagt. Genau das, was ich gesagt habe, funktioniert jetzt nämlich nicht. Hätte mal jemand auf mich gehört, jawohl. Dann wäre jetzt alles in Butter aufm Kutter. Aber stattdessen ist es ein Graus- so siehts aus im Schneckenhaus.

Seb (neuer Name, denn der alte Spitzname ist inzwischen zu kindlich für jemanden, der längst in einer vorgezogenen Thirtysomething-Krise steckt) und Ralle (müsste inzwischen auch schon stark auf die 30 zugehen, wohnt außerdem schon im Vorort und verdient glaub ich sogar schon echtes Geld) waren von Anfang an davon überzeugt, dass Ayuda einen in Atem halten würde, dass man nur so nach Luft japste, dass man gar nicht wosonstwohin wissen würde mit seinen ganzen Verdächtigungen und in lynchesken Verwirrungen steckend weder aus, noch ein - Namen schwirren durch Köpfe, gestreifte Pullis, Indizien ohne Ende und in einer Flut von versteckten Hinweisen würde der Zuschauer letztendlich jämmerlich ertrinken - beinahe, denn kurz vor Schluss, genau im richtigen Augenblick, würde er an einem sicheren Anker an Land gezogen und voller Glück die unvorhersehbare, aber geniale Antwort bekommen auf sein unendliches Fragen.

Nee, nee, so wird das glaub eher nicht. Hab ich denen gesagt. Ich habs denen ja gesagt. Und was ist jetzt? Voll viele Verdächtigungen vunktionieren voll nicht. Zum Beispiel:

- Marilyn sollte eigentlich einen Knopf geöffnet haben, um einen Hinweis zu geben. Verdacht: Jemand, der eine Knopfsammlung hat? Problem: Das Kleid hat keine Knöpfe. Außerdem haben wir schon zu viele Verdächtigungen aufgrund von Sammlungen.

- Der Polizist sollte versuchen zu fliehen. Verdacht: Der Polizist wars. Problem: Dass Leute mit Koffern fliehen, hat sich anscheinend noch nicht in die Sehkonventionen eingeschlichen. Die meisten gehen davon aus, dass der Polizist in den Urlaub wollte.

- Auf den Tischkarten beim Gartenfest sind mit derselben Schrift Namen geschrieben wie der Hilferuf Ayuda auf dem Foto. Verdacht:  Helene wars. Problem: Hä? Welches Gartenfest? Welche Tischkarten? Welche Schrift? Welches Foto? Hä? Ayuda?

- Bei Sammy steht voll auffällig eine Polaroidkamera herum. Verdacht: Sammy wars. Problem: Hä? Welches Foto (schon wieder)? Der Fotoapparat war zwar echt teuer und steht auch schick im Regal, hats aber nicht ins Bild geschafft.

- Sammy hat gelbes Briefpapier.  Verdacht: Sammy wars (schon wieder) oder Hermann oder Helene. Problem: Wenn Sammy schreibt, dass Marilyn denkt, dass Hermann denkt, dass Helene denkt, dass Sammy denkt,… dann, tja, wer war dann der Mörder? Oder hat das gar nix damit zu tun? Außerdem sieht man den Briefumschlag nicht und Blut ist glaub auch nicht drauf. Wenn ja, sieht man es auch nicht.

- Hermann hat eine Messersammlung. Verdacht: Hermann wars. Problem: Marilyn wurde erhängt. Also Idee streichen. Außerdem haben wir schon zu viele Verdächtigungen aufgrund von Sammlungen.

- Kilian hat berechnet, dass er es war. Verdacht: Kilian wars. Problem: Woher soll man wissen, dass man Kilians Berechnungen trauen kann. Wie, der ist Astronomiestudent? Und die Berechnungen, die check ich auch nicht.

- Mia hat eine Puppensammlung. Verdacht: Mia wars. Problem: Nur weil man (irgendwelche, ganz anderen) Puppen in seinem Zimmer hat als die Puppe, die auf dem Foto (jaja, ich weiß, welches Foto?), heißt das noch lange nicht, dass man der Mörder ist, zumal man nicht mal ein Motiv bekommen hat (außer die Puppen natürlich). Außerdem haben wir schon zu viele Verdächtigungen aufgrund von Sammlungen.

- Marco hat ne große Tasche. Verdacht: Marco wars. Problem: Ist doch klar, dass Marco ne große Tasche hat. Coole Typen haben immer alles in Groß. Außerdem haben wir es durch ein Superweitwinkelverkleinerungsobjektiv irgendwie geschafft, dass die größte Tasche der Stadt ein bisschen mickrig aussieht. Winsel.

- Die Schaben waren es. Verdacht: Die Schaben planen einen Schabenaufstand, zumindest eine Schabenplage. Problem: Könnte stimmen, immerhin sind die Schaben am letzten Drehtag spurlos verschwunden…

Sebi und Ayuda

Wenn Ayuda ein Kuchen wäre, hätte Sebi die Hälfte davon gebacken. Er hätte auch die Glasur drauf gemacht und er hätte, so gut er kann, versucht, die Buchstaben “A” “Y” “U” “D” “A” drauf zu schreiben. Wenn er gemerkt hätte, dass die Buchstaben zu krakelig würden, hätte er mich gefragt, ob ich es für ihn schreiben würde. Das würde ich gerne. Außerdem hätte Sebi auch die Hälfte der Zutaten bezahlt.

Manchmal heißt es “Kirchwald und Ayuda”, dann “Die Hilgers und Ayuda”, “Sebi, Ralf, Nadine und Ayuda” oder “Sebi, Nadine und Ayuda”, zuletzt hieße es aber “Sebi und Ayuda”. Ich kann euch wirklich sagen, ich habe viel an “Ayuda” gedacht und gearbeitet und reingesteckt. Am zweitmeisten. Einer hat noch mehr dran gedacht, gearbeitet und reingesteckt. Nämlich der, der immer sagt: “Das haben wir doch alles zusammen gemacht.” Zusammen heißt aber in dem Fall, Sebi übernimmt die unangenehmen Jobs, Nadine sitzt daneben, lächelt nett und sieht dabei mittelgut aus.

Sebi wird offensichtlich von mehreren Lichtquellen beleuchtet, denn er musste über viele Schatten springen, damit wir dorthin kommen, wo wir jetzt sind. Telefonieren mag er nicht - klassischer Fall Telefonkrankheit. Er blutet immer aus dem Ohr, wenn er irgendwo anruft. Ruft aber trotzdem an. Ich hätte wirklich nicht gewusst, wie ich anfangen soll, wenn ich jemanden um Sponsoring bitten soll. Ich hab nur einmal bei der Brauerei angerufen und gefragt, ob wir das Bier billiger bekommen. 1. hab ich mir fast in die Hose gemacht dabei und 2. haben wir das Bier nicht billiger bekommen. Sebi fängt immer richtig an. Vielleicht hat er beim Selbstrepräsentationskurs von der Bundeswehr gelernt, wie man jemanden charmant um 10.000 € bittet, wahrscheinlich konnte er es aber schon vorher. Die meisten schätzen ihn auf 30 wegen der Ruhe und der Lebenserfahrung, die er ausstrahlt. Am Ende freuen sie sich, dass sie Sebi helfen konnten. Sie stoßen an auf weitere erfolgreiche Zusammenarbeit und wünschen ihm ein langes Leben.

Nachdem Sebi sein Talent an drei eintägigen Kurzfilm-Drehs erprobt hat, lässt er sich auf einen 18-tägigen 16mm Dreh mit 40 Leuten ein. Er spinnt! Sowas macht doch kein Mensch! Und was passiert? Wie immer: Sebi hat alles unter Kontrolle. Klar hat er Angst. Aber das merkt niemand. Weil Sebi, wenn er Angst hat, einfach schnell mal auf dem Klo verschwindet und Drehbuch liest. Kein einziges Mal in 20 Tagen lässt er seinen Stress an der Crew aus. Stattdessen verbreitet er in den Drehpausen noch gute Laune und wird nach Kurt zum zweitbeliebtesten Ayuda-Teammitglied gewählt. Wenn Sebi sich jetzt Ayuda anguckt, seufzt er manchmal an dieser oder jener Stelle, weil ihm dort was nicht aufgefallen sei oder man da noch etwas hätte besser machen können. Sebi spinnt! Alles, was er kann, hat er sich selbst beigebracht oder ich habs ihm gesagt. Während er an Kleinigkeiten rummäkelt, fragt sich jeder andere, woher er überhaupt wusste, wie das alles geht.

Sebi verrät nie, wie viel Geld er in Ayuda investiert hat. Aber ich glaube, ohne Ayuda wäre er reich. Wenn er mal nicht weiß, wie es denn nun weitergehen soll, wird ihm schlecht, dabei hat er nicht gerade einen nervösen Magen. Sebis Herz steckt in Ayuda. Keiner von uns anderen musste die Verantwortung tragen, weil wir wussten, hinter uns steht immer noch Sebi. Letztendlich hängt es an ihm. Und er beschwert sich nicht darüber, weil es ja das ist, was er machen will. Er beschwert sich nur, dass ich ihn nicht oft genug loben würde. Ich hoffe, Sebi wird Regisseur. Er hat es verdient, vor allem aber kann er es. Das sieht man an dem Foto.

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Der Junge mit den schwarzen Haaren, der mit der lila Regenjacke bei den Feuerwehrmännern stand und den Polizisten gedoubelt hat, ab und zu hat er fehlende Sätze reingesagt, er hat selten auf den Monitor geguckt, meistens auf die Schauspieler, er war stolz darauf, dass sein Name auf der Klappe stand. Wenn es nach ihm geht, hat er braune Haare. Egal, ich bin stolz auf ihn.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

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Ein Eintrag, der zwar lang, aber nicht länger als die Dankesliste im Abspann von Ayuda ist, mit einer Überschrift, die zwar auch lang, aber auch nicht länger als die Dankesliste im Abspann von Ayuda ist


Ich schreibe gerade den Abspann für Ayuda. Klingt doch gut oder? Das heißt, wer sich inzwischen einen Künstlernamen zugelegt hat oder einen Doppelnamen, weil er geheiratet hat und viele Kinder (so lange, wie das schon dauert, muss man ja mit allem rechnen) oder seine Mama grüßen will, bitte bei mir melden!

Außerdem wäre es nett, wenn uns jemand den Kontakt von Alexander Klaws übermitteln könnte. Ansonsten muss das Abspann-Lied von Bene und seiner Band leider oder zum Glück zwei Mal gespielt werden. Grund: Sebi und Eva finden, dass wir uns im Abspann bei aller Welt, dem Universum und dem ganzen Rest bedanken müssen. Außerdem haben sie das ja auch der Welt, dem Universum und dem ganzen Rest versprochen. (Weil es das Einzige war, was es zu versprechen gab.) Letztens hat Sebi mich sogar getadelt, weil ich vergessen habe, das Nichts in der Dankesliste gesondert aufzuführen. Ich hatte fälschlicherweise angenommen, das Nichts gehöre zur Gruppe der Nichtigkeiten. Wie vermessen! Sorry, mein Fehler.

 

Es ist wundervoll, sich zu bedanken! Ich bedanke mich natürlich super gerne, voller Inbrunst und von ganzem Herzen bei Sebis Eltern, ohne die das alles nie möglich gewesen wäre und beim Uli, ohne den das alles nie möglich gewesen wäre. Ich bedanke mich auch herzlichst und verbindlichst bei Schmidle und bei Headquarter für den supertollen Preis, den sie uns gemacht haben, und schwöre, dass ich nie wieder bei einem anderen Münschner Verleiher Equipment leihen werde und nie wieder die Kaffeemaschine einer anderen Postproduction-Firma auch nur ansehen werde. Und auch bei der Kreissparkasse und RBB Aluminium und bei Robert Ollig bedanke ich mich für das supernette Sponsoring und schwöre, dass ich nie bei einer anderen Bank ein Konto eröffnen, meine Aluminiumprofile nie bei einem anderem Aluminiumexperten eloxieren lassen werde und sollte ich irgendwann mal einen Tiefenbau brauchen, werde ich mich selbstverständlich vertrauensvoll an Herrn Ollig wenden! Außerdem nutze ich die Gelegenheit, einen eigenen Abspann schreiben zu dürfen, natürlich auch freudig dafür, mich bei meiner Mama und meinem Papa zu bedanken, schließlich würde es mich ohne die nicht geben –  ein herber Verlust für Ayuta. Ralf darf sich auch gerne bei Annamaria bedanken, weil sie immer an seiner Seite stand und ihm frische Driver Cocktails gemixt hat, als er über dem Ayuda-Zeitplan brütete. Und meinetwegen kann sich Sebi sogar bei Mücke Hilger bedanken. Schließlich hatte sie ein Mal vor, sich für uns bei der Filmstiftung zu bewerben. Gut, letztendlich hat sie dann ja doch wieder die Frist verpasst, aber das wurde ja bereits an einer anderen Stelle erzählt. An alldem gibt’s jedenfalls nichts auszusetzen. Da sage ich gar nüscht.

 

Dann bedanken wir uns aber auch noch bei vielen anderen netten Menschen:

Wir bedanken uns beim Servicepoint der DB für seine Auskünfte. Ich finde sowieso, es wird viel  zu selten honoriert, dass die Leute an Informationsschaltern einem antworten, wenn man sie was fragt. Und außerdem können wir bei Evas Freunden ja auch mal eine Ausnahme machen.

Wir bedanken uns namentlich bei jedem einzelnen amerikanischen Soldaten, der von Yellowtown in Mendig weggezogen ist, sodass unser Haus leer stand und schließen sie auch namentlich in unsere Gebete ein.

Bei Otto Mayer, der jeden Monat 133 € auf das Konto meiner WG überweist. Wieso, wissen meine Mitbewohner und ich nicht. Wahrscheinlich ein Fehler in seinem Dauerauftrag.

Wir bedanken uns auch bei den Schaben, die so toll mitgespielt haben. Hervorzuheben ist die Leistung der einen Schabe, die sich im Bild sogar bewegt hat. Das hast du ganz toll gemacht!

Wo wir gerade bei Tieren sind: Beim Naturschutzbund, den Ralf damals wegen des toten Vogels angerufen hat. Den toten Vogel haben wir dann zwar gar nicht von denen bekommen, aber wenn Ralf den Naturschutzbund irgendwann mal erreicht hätte, hätte es sein können, dass sie uns erlaubt hätten, den toten Vogel vor dem Haus von Sebis Oma aufzuheben. Aber eher nicht.

Wir bedanken uns auch bei Hinz und Kunz, die müde genickt haben, als wir erzählt haben, dass wir einen Film drehen wollen. Sebi besteht zwar darauf, in ihren Gesichtern einen Hauch Zustimmung gelesen zu haben. Und darauf, dass das bei uns allen einen riesigen Motivationsschub ausgelöst habe. Sebi hat aber keine Menschenkenntnis.

Beim bösen Kopierwerksbesitzer. Offenbar hat er sich bisher nämlich noch nicht selbst kopiert und dadurch die Welt vor einem zweiten Menschen seiner Sorte bewahrt. Eine gute Tat!

Außerdem auch bei Subway, dafür dass sie uns nicht wie abgesprochen vier Essen gespendet haben. Wer kann schon vier Tage hintereinander Sub des Tages essen. Ihh!

Bei Jörg Pilawa. Schließlich wurden wir in die Kandidatenkartei aufgenommen. Vor zwei Jahren. Danke vielmals!

Bei Sebis Mama dafür, dass sie Sebi damals zwei Schlafanzugoberteile, anstatt einer Schlafanzughose eingepackt hat, als er bei Marc übernachtet hat. „Vielen Dank, Mama!“ im Namen des achtjährigen Sebis.

Dann bedanken wir uns noch beim Chris. Unter „Grund“ steht: „Freund von Joyce“. Also ich finde es ja eher frech, dass Chris allen anderen Männern Joyce weggeschnappt hat, aber okay.

Wir bedanken uns übrigens auch bei diversen Bürgermeistern, Gemeindevorstehern und Staatsmännern für ihre feuchten Händedrücke. Ein Schreiben vom Verband mit vielen Glückwünschen haben wir sofort stolz an die Wand im Büro gepinnt. Da hängt es immer noch und wird wahrscheinlich eines Tages vergilben.

Wir bedanken uns beim Sauerstoff, denn wenn wir nicht atmen könnten, könnten wir auch keinen Film drehen.

Andererseits müssen wir uns auch beim Kohlenstoffdioxid bedanken. Ohne ihn würden wir den Sauerstoff nämlich nicht zu schätzen wissen.

Ich möchte mich auch noch bei den Pflanzen bedanken wegen der Fotosynthese.

Wie versprochen einen großen Applaus an das Nichts, dafür, dass es so schön durchsichtig ist und dadurch nicht das Bild verdeckt hat.

Danke lieber Gott, dass Dankeschöns umsonst sind. Denn sonst wären wir jetzt ja schon wieder pleite!

 

So, und da der Abspann jetzt sowieso schon länger ist als der Film selbst, will ich die Gelegenheit nutzen, noch zwei ganz besonderen Menschen zu danken, ohne die die letzten drei Jahre sicher doof gewesen wären, weil ich dann gar nicht hier sitzen würde und überlegen müsste, wer in den Abspann darf und wer nicht:

 

Lieber Sebi, dir kann ich leider nicht danken, du hast ja beim Film nichts gemacht. (Deshalb hat Mitch auch kein Bild von dir gemalt.)

Lieber Ralf, Danke für deine zahlreichen und liebevollen Blogeinträge.

 

Herzlichen Dank und freundliche Grüße, Nadine

Unsere erste offizielle Absage und wie wir damit umgehen

Schon gut, Ayuda ist nicht perfekt, das können wir uns und euch eingestehen. Es hat ja auch niemand gesagt, dass dabei “Magnolia Returns” oder “Mulholland Drive-The Other Side Of The Road” rauskommen soll.

Aber ist der Filmstiftung vielleicht schon mal aufgefallen, dass…

… man bei “Die Unendliche Geschichte” voll sieht, dass Fuchur in Wirklichkeit gar nicht fliegt

… es unrealistisch ist, dass M immer dieselbe Melodie pfeift

… “Im Winter ein Jahr” nach dem Moment, an dem er zuende sein sollte, noch eine Viertelstunde weitergeht

… dass es vielleicht cooler gewesen wäre, wenn “Ocean’s 12″ einen Roten Faden gehabt hätte

… und “Fluch der Karibik 3″ um etwa 75 Minuten gekürzt worden wäre

… auch die “Herr der Ringe”-Trilogie hätte man eigentlich in der Hälfte der Zeit erzählen können

… oder Teil 2 weglassen

… dass ziemlich offensichtlich ist, dass Scottie Ferguson nur nach unten guckt, damit Hitchcock seinen geliebten Vertigo-Effekt promoten kann

… dass das erste Wort in “There Will Be Blood” nicht ‘Öl’ lautet

… dass man nur müde lächelt, wenn ausgerechnet Rose DeWitt Bukater ausrechnet, dass die Rettungsboote nicht reichen werden

… stattdessen hätte lieber Will Hunting rechnen und auf die merkwürdige Minnie Driver verzichten sollen

… auch nicht gerade berauschend ist Katie Holmes’ Auftritt in “Thank you for Smoking”

… hat eigentlich irgendjemand “Syriana” verstanden?

… und warum läuft Leonardo Di Caprio in “The Beach” als Super Mario rum?

… merkwürdig, dass sich in den neuen Batman-Filmen niemand mehr für Batman interessiert

… dass Jesse und Celine in “Before Sunrise” doch miteinander gebumst haben

… und “Sunshine” wäre ohne den Zombie am Ende wirklich sinnvoller gewesen

… was man von “The Decent” übrigens auch behaupten könnte

… dass Shyamalans großer Clue ist, dass die Aliens mit Wasser vertrieben werden können, nicht gerade vor Einfallsreichtum strotzt

… und was soll das überhaupt: “Signs-Zeichen”?

… dass es merkwürdig anmutet, wie Jason in Freitag, der 13. mit der Leinen-Tasche, die meine Mutter immer zum Einkaufen mitnimmt, verkleidet ist

… dass “Wolke 9″ ohne die (zumindest Oral-) Sexszenen angenehmer gewesen wäre

… dass es viel besser zu “Zeiten des Aufruhrs” gepasst hätte, wenn die Frau nach Frankreich geflogen wäre, anstatt sich umzubringen

… es bringen sich überhaupt in viel zu vielen Filmen viel zu viele Leute um

… Warum hat eigentlich “Slumdog Millionaire” 8 Oscars?

=> Der Film muss eigentlich nicht perfekt sein.

=> Daher: Sauer

Sebi und Nadine auf der Berlinale Teil 2 - Die Nadinale

Während Sebi voll und ganz damit beschäftigt ist, wichtige Leute kennen zu lernen - ganz schön anstrengend, kennt man ja: ein Smalltalk hier, ein Bier ausgeben da, Visitenkarten verteilen und anderen freundschaftlich auf die Schulter klopfen -, ist Nadine mal wieder schlauer. Sie weiß nämlich, dass sie sowieso niemand kennen lernen will und verbringt ihre Zeit deshalb mit sinnvolleren Dingen, Kreuzworträtsel lösen und eigenes Festival planen zum Beispiel.

Auf der Nadinale wäre nämlich alles noch viel cooler. Nadines großes Vorbild ist übrigens Everybodys Darling Heinz Badewitz, dem sein Erfolg einfach nie zu den Haaren steigt. Mal prüft er die Akkreditierungen der Festivalgäste, mal rückt er die Absperrung gerade, dann macht er sich noch persönlich auf die Suche nach einem seiner Homies, Wim Wenders: “Wim, where are you?”, und nimmt immer wieder gerne die ein oder andere DVD des ein oder anderen Möchtegern-Nachwuchsfilmers entgegen, nicht ohne demjenigen auch noch für einige Minute sein kostbares Ohr zu leihen und individuell nützliche Tipps zu geben. Nebenbei organisiert er übrigens ganz allein die Reihe “German Cinema”.

Aber warum ist denn jetzt eigentlich ausgerechnet Nadine dafür geeignet, in solche großen Fußstapfen zu treten? Weil sie einen hervorragenden Filmgeschmack hat, ist wohl klar. Einen guten Riecher, wenn es darum geht, die filmischen Perlen unter den Säuen zu finden. Hat sie mal wieder erfolgreich unter Beweis gestellt - Nadines Top 3 der Berlinale:

- Nadine will unbedingt in “Ricky”. Warum? Sie hat ein Plakat gesehen, auf dem ein Baby drauf war, voll süüüüüüüüüß. Sebi will nicht, alles was mit Nadine und Babys zu tun hat findet er scheiße, er ist ja schließlich kein Medizinstudent. Aber wie immer hört keiner auf Sebi. Was Nadine leider nicht auf dem Plakat gesehen hat: Dem Baby wachsen nach dem ersten Drittel des Films Flügel. Sehr ungewöhnlich, sehr französisch und sehr scheiße.

- Nadine will unbedingt in “Ander”. Warum? Sie hat ein Plakat gesehen, auf dem ein dunkles Haus ist, bei dem in einem Fenster Licht brennt. Sebi vertraut Nadine voll und ganz. Schließlich hat das Kriterium: Film nach Plakat auswählen bisher hervorragend funktioniert. Wie sich herausstellt, ist das Bild des Hauses nur auf dem Plakat so schön. Im Film selbst ist es auf einmal viel blasser und grobkörniger und überhaupt, eigentlich geht’s gar nicht um das Haus, sondern um ein Coming Out. Und um Mittagessen. Der Landwirt, der sich in seinen neuen Mitarbeiter verliebt, nicht damit klarkommt, dass er sich zu dem jungen attraktiven Mann hingezogen fühlt und ihn deshalb zum Beispiel anspuckt. Jaja, in Argentinien ist die Schwulenemanzipation anscheinend noch nicht so weit. Außerdem gibt es ein Happy End: Der Landwirt, sein Lover und eine Prostituierte mit ihrem unehelichen Kind leben gemeinsam glücklich bis an ihr Lebensende. Und außerdem wird noch die Hälfte des Films Mittag gegessen.

- Nadine will unbedingt in “Fucking Different Tel Aviv”. Aber nicht, weil sie ein Plakat gesehen hat. Nadine würde niemals auf denselben Trick drei Mal reinfallen. Sondern weil Sonja und Nina gesagt haben, dass das gut wäre. Sebi will nicht, weil er für Saft- und Kraftausdrücke wie “Fucking” ein zu schwaches Gemüt besitzt. Vor allem auf der Berlinale, wo er allein auf sich gestellt, für eine so lange Zeit weg von Kirchwald und seiner Mama ist. Aber er geht dann doch mit, weil alle gehen und ganz allein sein hat schon beim British Council nicht so gut funktioniert. Vor dem Film erfahren Sebi und Nadine dann, dass es im Film um Schwule geht, die Filme über Lesben machen und umgekehrt. Nicht gerade ungewöhnlich, denn eigentlich geht’s in jedem Berlinale-Film darum. Im Film erfahren Sebi und Nadine allerdings, dass schwul oder lesbisch zu sein, das einzige Kriterium war, um in die Kurzfilmsammlung aufgenommen zu werden. Keine Kriterien waren hingegen: Dass jemand die Kamera benutzt, dass jemand die Linse abputzt, dass man seinen Film in einer Auflösung einreicht, die über You-Tube-Qualität liegt. Wie beim Blue Monday eigentlich.

So, einen Film hat Nadine schon im Repertoire, nämlich Ayuda. Dann bekommt der wenigstens mal Aufmerksamkeit. Der ist zwar noch nicht fertig, aber Nadine muss eh erst noch ein Kino in Lonsee bauen.

Sebis Patent

Alles ist wieder gut. Zumindest privat. Beruflich haben sich die Produzenten der neuen Perle des Independent-Kinos, “Ayuda”, jüngst eines der Glanzstücke unter ihren Fauxpässen geleistet. Endlich stand der Termin beim Skyscraper of Arthouse an, dem Chef von Soundvision, ein cooler Typ, der ungefähr alle deutschen Filme, die nicht doof sind, vertont, jemand der so ist, wie wir gerne sein wollen, zumindest später. Damit wir alle gut gelaunt sind, hat Sebi mir Cappuccino mitgebracht und Soundvision selbst gebackene Brownies, natürlich nicht von Sebi, der kann nur den Tarte au chocolat aus dem Rewe, sondern von Matthias, unserem engagierten Fahrer, der beim Nachdreh immer den leckeren Tee dabei hatte. An den erinnert ihr euch wahrscheinlich nicht, weil ich ihn immer weggetrunken hab, hatte Halsweh! Bis zu diesem Zeitpunkt lief übrigens alls gut.

Bei Soundvision könnten wir, wenn Dennis fertig ist mit dem Sounddesign, die Kinomischung machen, also einstellen, was im Kino von vorne und von hinten, rechts, links und dazwischen, (denn es sollen 8 verschiedene Positionen sein!) zu hören ist. Außerdem haben wir in der Firma auch den Foley-Raum gesehen, den Raum mit allen Geräuschen, die es auf der Welt gibt. Da könnte man zum Beispiel “gerade eben ist noch leichter Rauch aus der Pistole gekommen”, “Lisa malt sich Lippenstift neben die Lippen” oder “die Schaben neben der Zigarettenschachtel bewegen sich zwar nicht, atmen aber sehr laut” nachvertonen!

Wir haben uns gefreut, weil der Chef von Soundvision sich so viel Zeit genommen hat und weil er gesagt hat, er könnte uns helfen, sofern ihm der Film gefiele… Okay, deshalb hatten wir eher Angst, aber  da war trotzdem noch ein Hauch von Zuversicht bis zu jenem Moment, in dem der patente Sebi dann sein Patent auspackte. Seit einem Jahr schwärmt er mir vor, wie cool er doch wäre und wie er bald die Welt, zumindest aber doch die Medienwelt verändern würde durch die genialste Idee seit Marco vorgeschlagen hat, dass die Studenten ihn in den Keller sperren sollten, nämlich… tadaaa… Mini-DVDs! Darauf, so plant Sebi ebenfalls seit einem Jahr, könnte er dann die Schauspiel-Demos, die wir irgendwann mal noch für alle möglichen Schauspieler drehen werden, brennen und die können die dann ganz einfach und besonders günstig verschicken. Eine Mini-DVD kostet zwar 1 Euro mehr als eine große, aber beim Porto sparen die Schauspieler dann jedes Mal 40 Cent! Also, super Idee. Die muss man sich unbedingt patentieren lassen. Sie würde sich besonders dann auszahlen, wenn nicht vor dem Mini-DVD-Trend, den Sebi in der Medienbranche initiieren will, schon Herr Mac da gewesen wäre und den Mac-Trend in der Medienbranche initiiert hätte. Und da sich der zweite Trend wohl schon ein bisschen mehr durchgesetzt hat, kam es dazu, dass Sebis Mini-DVD im Mac vom Chef von Soundvision stecken geblieben ist und er sie weder angucken, noch jemals wieder rausholen können wird. So hat er jetzt immer etwas von uns ganz nah an seinem Herzen - NICHT. Wahrscheinlich wird er immer wieder mit Freude an jenen Tag zurückdenken, an dem zwei dieser anstrengenden Filmstudenten, die ständig auf der Suche nach Unterstützung von coolen Arthouse-Leuten sind, ihren ersten Eindruck dadurch hinterließen, dass sie einfach mal seinen Computer kaputt gemacht haben!

Jahresausblick Teil 4 (mit Verspätung wegen upsi Vergessen)

Oktober: Das Footsteps-Team bekommt von einer der erfolgreichsten Produktionsfirmen Deutschlands den Auftrag, eine Serie zu entwickeln. Es wird nur leider nichts daraus, weil… Ja, warum denn eigentlich nicht? Okay, Nadine ist 24/7 eingespannt, aber Sebi, der hat sich wohl die gemütliche Lebensweise aus uns’ Zürili angewöhnt, meistens chillt er, zwischendurch übt er sich im Dressurreiten. Und wo Ralf eigentlich steckt, weiß auch mal wieder niemand. Achso, der feiert Geburtstag mit Fred und dieser einen da, ach, wie heißt die denn nochmal, Charlize Theron oder so. Nur Daniele kann nicht kommen, der will sein Treffen mit Adam Sandler nicht absagen, “Adi hat sich schon so drauf gefreut”. Heinz Badewitz steht mit einem Blumenstrauß und einem Kamerateam am Regionalbahnhof Hof und will Sebi abholen, aber der ist gar nicht im Zug. (Mehr dazu im Blogeintrag “Wo wir jetzt sein könnten”). Endlich hat Alexander Klaws zugesagt, das Abspannlied für Ayuda zu singen. Das finden viele doof, Bene zum Beispiel.

November: Die Tage werden kälter und nasser, das ist vor allem für Nadine ein Problem, denn sie muss den nächsten Monat in einem Karton (wenn sie noch einen findet) unter der Hohenzollernbrücke verbringen. Wie passend, dass Sebi ausgerechnet jetzt in der Sinnkrise steckt und Nadine sich daher nicht mal beim wöchentlichen Battlestar-Galactica-Gucken aufwärmen kann. Achso, was ist eigentlich mit Ayuda? Nachdem zwei Sounddesigner gerade noch rechtzeitig das Weite gesucht haben und “Ich habs euch doch gesagt”-Tonmensch Chris jetzt wahrscheinlich Recht hat mit der Vermutung, dass der Ton sich nicht kongenial zum restlichen Oeuvre verhält, macht uns Sounddesigner Nummer 3 - Anwärter Dennis nun endlich mal Hoffnung: “Joah, denk schon, dass ich die Hallenbad- äh Parkhaus-Szene irgendwie hinkriegen könnte.” Juchu! Joyce macht beim Perfekten Promi Dinner Werbung für Ayuda. Ein riesiger Karton mit Fanpost kommt an, nur nicht bei Nadine- die hat ja keine Wohnung.

Dezember: Weihnachten! Hach, seufz. Dicke dichte weiße weiche Schneeflocken hüllen Köln in ein weißes Kleid- nicht. Wie immer ist alles nur beschissen. Stau in der Fußgängerzone, überheizte Geschäfte, ekliger Nudelsalat an Heiligabend, penetrante Weihnachtslieder, Liebeskummer, der Weihnachtsbaum geht in Flammen auf, wieder mal das perfekte Geschenk verschenkt, aber das falsche bekommen, Langeweile, Angst vor Silvester und dem traurig heranschleichenden Jahr 2009. Und während man so dasitzt und vor sich hingrummelt und sich und die Nächsten und das Christkind und überhaupt alles verwünscht, kommt die Nachricht. Die Nachricht, auf die wir solange gewartet haben. Zuerst hören sie die Hirten bei ihren Schafen auf den Feldern, dann werden die Englein sie vom Himmel singen und dann kommen die Könige und bringen Geschenke, denn AYUDA IST DA.

Unser Ameisen-Kurt

Eine Studienfreundin von Sebi und mir hat ihren Vater im Krankenhaus besucht. Ihr Vater teilte sich das Zimmer mit einem netten alten Mann, der ihr irgendwie bekannt vorkam. Da fiel ihr ein, dass sie den Mann aus unserem Ayuda-Trailer kannte. Es war unser weltbester Kurt. An dieser Stelle haben Sebi und ich auch angstvoll gewimmert. Kurt hatte mir vor kurzem erzählt, dass er denkt, irgendwas mit seinen Augen stimme nicht. Da hab ich mir schon Sorgen gemacht, denn ihr wisst ja, wenn Kurt schon mal sagt, das irgendwas nicht in Ordnung sei… Ihr kennt ihn. Er sieht selbst um vier Uhr nachts, nachdem er zehn Stunden am Set rumhing, keine Notwendigkeit, sich mal hinzusetzen. Außerdem wollte Kurt ja auch nicht mehr zum Arzt gehen, seit er bei einer Vollnarkose mal andauernd wieder aufgewacht ist. Das hat er zumindest bei unserem ersten Treffen behauptet. Nun hatte Kurt einen leichten Schlaganfall. Einen leichten! Das würde er sicher auch betonen. Schließlich hat er laut unserer Studienfreundin im Krankenbett schon wieder fröhlich Witze gerissen. Dass ich Sebi schon auf Vordermann bringen würde zum Beispiel, hihi. Jaja, unser Lieblings-Ameisenschutzwächter. Everybody’s Darling am Set. Kurt, der sogar die Logik der Post überwindet und einem immer schon früher zurückgeschrieben hat als der eigene Brief überhaupt angekommen sein kann. Deshalb schreibe ich ihm jetzt auch gleich, damit ich möglichst schnell eine Antwort bekomme, in der dann steht: “Juju, alles bestens. Na klar. Auf Ayuda freu ich mich schon.” Premierenkarten für sich und sechs Freunde hat der Kurt ja schon vor drei Monaten bestellt. Wenn ihr ihm auch Gute Besserung wünschen wollt: Kurt Berghoff, Wiesenweg 25a, 51503 Rösrath