| M | D | M | D | F | S | S |
|---|---|---|---|---|---|---|
| « Dez | ||||||
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | ||
| 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 |
| 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 |
| 20 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 |
| 27 | 28 | 29 | ||||
15.5.2009 von Sebastian.
Dass Ayuda fertig wird, steht ja seit langem außer Frage. Auch wenn man mittlerweile nicht mehr freudestrahlend: “Und was macht der Film?”, sondern eher leicht beschämt: “Darf man eigentlich fragen, was der Film macht?” zum Status der Produktion befragt wird, so bleibt uns nichts, als wieder und wieder zu erzählen, dass es bald soweit wäre. Dass wir das nun seit einem Jahr erzählen, fällt dabei zum Glück niemandem auf.
Also, dass er fertig wird, steht nun schonmal fest (ich habe letztlich Nadine gefragt, und sie meinte, es wäre bald soweit; also!), nun geht es darum, handfeste Gründe zu sammeln, warum “Ayuda” cool wird! Natürlich geht es nicht darum im Trüben zu fischen und wilde Behauptungen aufzustellen, sondern handfeste Beweise werden gesucht und für euch gefunden. Und so werden wir euch jeden Tag einen Grund nennen, weshalb Ayuda einfach cool werden muss:
Beginnen wir mit einem wichtigen und eindeutigen Beweis:
1.) Dieser Typ hier, der bei Will Smith und Charlize Theron ein- und ausgeht, spielt bei uns den Stripper!
Und morgen gibt es den nächsten Grund…
Geschrieben in Filmblog | Keine Kommentare »
29.3.2009 von Sebastian.
Nadine wirft mir ja immer vor, ich sei ein Muttersöhnchen. Und, damit das ein für allemal klar ist: Ja, sie hat recht. Kein Wunder, wenn man so eine coole Mutter hat!
Viele von euch kennen meine Mama ja schon, sie war ja beim Dreh dabei und zeigt damit bereits eine ihrer coolsten Eigenschaften: Wenn man sie fragt, ob sie beim Dreh helfen könnte und man ihr bei weitergehenden Fragen erklärt, dass das bedeute, 3 Wochen lang keine Minute zu haben, die nicht aus
a) Arbeit oder
b) (zu wenig) Schlaf
bestehe, dann sagt sie: ja! Und das obwohl sie normalerweise dem Herzinfarkt schon bedrohlich nahe ist, wenn ich mit Freunden Würfelspiele auf dem Boden mache. (Das würde so klackern, sagt sie)
Weiterhin cool an ihr ist, dass man sie nach dieser Frage (man muss nur ein, zwei Tage an Puffer dazwischen lassen) bitten kann, auch noch die vier Wochen vor dem Dreh mit Vorbereitungen im Motiv zu verbringen (upsi, die Renovierung wurde in der Planung vergessen…) Dann antworetet sie nicht, was vielleicht angebracht wäre: “Du lausiger Rotzbengel, wozu habe ich dich 23 Jahre meines kostbaren Lebens großgezogen?” Stattdessen sagt sie: “Ja, gut! Einrichten macht mir ja sowieso Spaß!” Dass diese Aussage sie nun ganze sieben Wochen an den Herzinfarkt heranführt, statt der ursprünglichen drei sollte auch erwähnt sein. Das liegt vorallem daran, dass meine Mama unglaublich schlecht mit Unordnung umgehen kann (ganz im Gegensatz zum Rest der Familie). Dass man in einem Haus, das seit 4 Jahren nicht betreten wurde und vorher von Soldaten bewohnt wurde, wenig Ordnung findet, dürfte selbsterklärend sein.
Dinge, die ihr daher das Leben schwer gemacht haben:
- 10cm Staubschichten auf dem Dachboden, die man nicht wegsaugt, sondern wegschaufelt um eine Staubexplosion zu vermeiden. Dauer: 2 Tage
- Heizkörper, die mal weiß waren, nun aber die Farbe von Fußballfeldern nach zuviel Regen und zuvielen Füßen haben. Dauer: 4 Tage
- Teppichklebereste, die hässlich, stinkend und giftig sind, aber nach all den Jahren nichts von ihrer Klebekraft verloren haben. Dauer: 2 Tage.
- Wände, die nicht die Farbe, wohl aber Handfettreste rund um die Lichtschalter annehmen. Dauer: 12 Tage.
-Regisseure, die mal “bodenzentriertes” Wohnen, mal Laminat für 35m²-Wohnzimmer (beides einen Tag vor Drehbeginn) fordern. Dauer: eigentlich immer noch andauernd.
- und nicht zuletzt: Ein 30-köpfiges Filmteam, das viel isst, viel trinkt, wenig aufräumt und ständig dreckige Schuhe hat. Dauer: 18 Tage.
Zunächst die gute Nachricht: Ja, sie hat es überstanden, und ja, mittlerweile lächelt sie bisweilen auch mal wieder. Die schlechte Nachricht: Das war wohl ihr erster und letzter Film, leider waren diese Ereignisse zu einprägsam, als dass ich wohl jemals nochmal den Mut aufbringen kann, sie erneut zu fragen.
Dennoch, das betont sie oft und gerne: ‘Ayuda’ ist ihr absoluter Lieblingsfilm, sie habe ihn nun schon ca. 34 mal gesehen. Dass sie immernoch an diesem Film hängt, zeigt sie nach wie vor durch ihr Engagement, so hat sie 4(!) DinA4 Seiten voller (angeblich) konstruktiver Kritik verfasst, die leider nie den steinigen Weg der modernen email-Kommunikation überwinden konnten. Denn bei all den Talenten, die sie hat; mit dem Computer klappt es noch nicht so gut. Deshalb wird sie diesen Artikel wohl auch nie lesen. Schade eigentlich.
Stets mit leicht zweifelnden Blick, das ist sie. Meine Mama!
Geschrieben in Filmblog | Keine Kommentare »
21.3.2009 von Sebastian.
Auf einem Festival, wie auf der Berlinale, da ist alles einfach. Denkt man sich. Koproduzenten, Produzenten, Senderverantwortliche, alle hängen wie die reifen Trauben vor einem und man braucht nur zu pflücken. In Wahrheit ist das einzige, was im völligen Überfluss vorhanden ist, Leute die Koproduzenten, Produzenten und Senderverantwortliche suchen. So auch wir, nur dass wir nichtmals richtig suchen, sondern ständig hoffen, dass uns jemand anspricht (vgl. British Council Party). So trafen wir auf die 3×3 Hindernisse auf dem Weg zum Co-Produzenten.
Umso besser, wenn wir morgens stolz und mit Erstaunen sehen, dass es eine Veranstaltung gibt, die auf den wohlklingenden Namen “Berlinale Co-Production Market” hört. Also lösen wir schnell eine Karte dafür und geben bei der abendlichen Feier schon die ersten Kröten des da kommenden Co-Production Deals aus.
Als wir endlich “Hebbel Am Ufer” finden, haben sich die ersten drei entscheidende Faktoren geändert, die das gemeinsame Finden eines Co-Produzenten nicht unbedingt erleichtern sollten:
1. Nadine ist sauer, weil Sie morgens extra aufgestanden ist, um eine Karte für einen ihr besonders wichtigen Film zu holen. Sebi hat währenddessen geschlafen und würde unmittelbar nach dem Mittagessen seine Karte abholen gehen. Probleme würde er dabei keine haben, wohlgenährt und ausgeschlafen konnte er so den Tag bestreiten.
2. Nadine hatte Hunger und war müde.
3. Nadine war nicht da, weil sie sich auf dem Rückweg vom Kartenschalter verlaufen hatte.
Während Sebi die Tür zum Veranstaltungsraum in so geschickter Weise aufhält und gleichzeitig versperrt, dass ein geregelter Zustrom an Besuchern kaum möglich ist und die damit geplante Startzeit um Minuten verzögern konnte, versuchte Nadine sich einen Weg durch den Großstadtdschungel Berlins zu bahnen.
Und tatsächlich, als würde der Co-Production Market nur auf die beiden Filmemacher warten, schossen sie gerade vor dem finalen Schließen der Tür herein und keine zwei Augenblicke später beginnt die ganze Party auch schon. Wie sich schnell herausstellte, lief ab nun einiges schief:
1. Die Veranstaltung mit dem schönen Namen war nicht etwa ein Co-Production Market, sondern eine Informationsveranstaltung für den Co-Production Market, die vorallem den Sinn hatt, überambitionierten Jung-Filmemachern die Flausen aus dem Kopf zu treiben.
2. Flausen hin oder her, unglücklicherweise war der Co-Production Market 2009 auch schon vorbei, es ging also ums Jahr 2010. Nicht gerade das Jahr in dem Ayuda nach Co-Produzenten suchen sollte.
3. Offenbar hatten wir auch die völlig falsche Nationalität für diese Veranstaltung: Nur das mit großer Zustimmung um sich werfende chinesische Mädchen in der Reihe vor uns war den Moderatorinnen bekannt und quitierte diesen Zustand mit einem nicht-stoppen-wollenden Nicken. Hai! Und obwohl Nadine und Sebi das Nicken imitierten, wurden sie nie nach ihren Namen gefragt…
Dennoch, und das betonten die Moderatorinnen, ist der Co-Production-Market eine tolle Sache, denn hier würden individuell Produzenten und Filmemacher zusammengebracht. Und für alle, die bis zu diesem Zeitpunkt noch da waren, wurden noch eben die drei Bedingungen für eine Bewerbung (nicht etwa für die Teilnahme…) vorgetragen:
1. Ein geplantes Budget von 1-10 Mio. Euro, von dem bereits ein Drittel organisiert sein muss.
2. Erfahrung in der Produktion eines Langspielfilms.
3. Mindestens eine erfolgreiche internationale Co-Produktion im Portfolio.
Nun, was zunächst schlecht klingt, kann sich als ganz großer Coup herausstellen, denn 2010 sind wir dann ganz sicher mit unserem neuen Film (”Ayuda II”) dabei:
1.1. Nadine darf ausschlafen und essen, ist daher nicht sauer.
1.2. Nadine ist daher nicht müde und nicht hungrig
1.3. und verläuft sich nicht.
2.1. Die Informationsveranstaltung mit den Kritierien kennen wir ja nun, was uns
2.2. 2010 den direkten Einstieg erlaubt.
2.3. mit Aron haben wir einen Ungarn, mit Christian Arndt einen Spanier, mit Moritz einen Halb-Iren, Nadine hat Verwandte in Mexiko, Bene kennt jemanden in den Niederlanden und bei Sebi wird ohnehin algerisches Blut vermutet und somit sind wir ebenfalls ziemlich international! Hai!
3.1. Ein hohes Budget planen ist uns ebenso eine Leichtigkeit und für das erste Drittel plündern wir wiedermal die Altersvorsorge unserer Eltern, Freunde, Feinde, Verwandten und Bekannten.
3.2. Einen Langfilm haben wir ebenfalls: “Ayuda” heißt das Schmuckstück, fehlt nur noch
3.3. Erfahrung bei internationalen Co-Produktionen. Aber auch dafür gibt es schon eine probate Lösung, denn internationaler Co-Produzent zu werden, war noch nie so leicht, wie heute! Mit 33€ ist das ganz einfach, aber seht selbst.
Geschrieben in Filmblog | 1 Kommentar »
17.2.2009 von Sebastian.
“Ayuda” ist ein großes Projekt und große Dinge kosten viel Geld, es sei denn sie sind Styropor. “Ayuda” kostet daher auch viel Geld und da Sebi und Nadine nicht so viel Geld haben, müssen sie immer wieder Leute finden, die ihnen Geld geben. Das ist nunmal so im Filmgeschäft. Eigentlich gibt es dafür ja auch Produzenten, die bei Filmstiftungen um Geld bitten, und die wirklich gut darin sind, so etwas zu organisieren. Die Beiden sind nicht so gut darin, und sie haben auch keinen Produzenten, deshalb bekommen sie auch von den Filmstiftungen kein Geld. Das einzige was Sebi und Nadine gut können, ist mit ihren jungen und großen Augen Leute überzeugen. Daher ist die Berlinale auch der ideale Ort, um dieses Talent auszuspielen, denn hier kann man mit Leuten reden, die Geld haben, oder hergeben möchten.
Daher haben sich die beiden auch einen perfiden Plan ausgedacht, wie man an solche Leute rankommen kann. Und zwar am besten auf Partys, da sind alle betrunken, und tanzen wild auf der Tanzfläche und wenn man mal bedenkt wie viele Kinder schon aus solchen Situationen entstanden sind, müsste doch auch der ein oder andere Film daraus entstehen können. (Darüberhinaus sind Kinder [da nicht aus Styropor] auch sehr teuer) Zum Glück hat Sebi eine Einladung zur großen “British Council Party” bekommen, und zwar von seinem Chef. Da dürfen nämlich nur die wichtigsten Leute hin und dazu zählen Sebi und Nadine noch nicht. Aber Sebis Chef und der hat die Einladung weitergegeben. Nun steht auf der Einladung in großen, britischen Lettern: “Strictly for one person only!!”, was Sebi und Nadine ungefähr so übersetzen “Striktlich für eine Person nur!!”, die beiden können nämlich ganz gut Englisch. Das bedeutet, dass Sebi auf dieser Party auf sich alleine gestellt sein wird, aber, und das folgert ja aus dieser Einladung, alle anderen werden auch alleine sein! Und das ist ja die beste Voraussetzung, um Kinder und Filme entstehen zu lassen!
Leider brauchen Sebi und Nadine so lange, um die richtige Abendgarderobe rauszusuchen (Sebi hat nur 2 Hosen und 2 Pullis dabei… es waren nur 10kg Gepäck erlaubt und der Laptop wiegt schon 3kg…), dass es schon ein recht fortgeschrittener Abend ist, als Sebi zur Bahn kommt. Zum noch größeren Unglück findet Sebi dort heraus, dass die “British Council Party” an einem Dienstag stattfindet und Dienstag die Bahnen nur bis halb eins fahren. Es ist halb zwölf, als Sebi am Veranstaltungsort erscheint. Viertel vor zwölf als er die Jacke an der Garderobe abgegeben hat. Zwölf als er ein Bier hat. Dann fällt ihm auf, dass er offenbar der einzige ist, der wusste was “strictly one person” bedeutet, denn auf der ganzen Party ist wirklich niemand alleine da. Hier wird zu viert getrunken, dort zu sechst getanzt, da drüben zu zehnt gequatscht, nur Sebi, der steht alleine mit seinem Bier. Naja, erstmal hinsetzen, und die Lage auschecken. Da fällt ihm ein Pärchen auf, das zwar nicht alleine ist, aber zumindest ähnlich hilfesuchend reinschaut. Sieht zwar nicht so aus, als hätten die viel Geld (der Kerl hat einen merkwürdigen Pulli an), aber vielleicht kennen die ja jemanden… aber erstmal ein neues Bier holen gehen. Als Sebi um viertel nach zwölf zurückkehrt stellt sich raus, weshalb die beiden so geguckt haben, sie haben ihre Freunde gesucht, denn jetzt stehen sie im großen Kreise und singen englische Lieder. Selbst der Junge mit dem merkwürdigen Pulli wirkt jetzt cool. Naja, erst nochmal hinsetzen und einen kräftigen Schluck trinken, das Bier ist immerhin frei hier. Ah, da erspäht Sebi mit seinen Adleraugen jemanden, der ebenfalls alleine an einem der zahlreichen Tische sitzt. Also trinkt er sein Bier leer, nimmt allen Mut zusammen und als er von der Theke zurückkommt (12:25h) sieht er auch warum der junge Mann alleine saß: Sein Kumpel war eine Runde Tequila holen. Und hoch die Tassen!
Sebi verabschiedet sich also von niemandem, hift niemandem in die Jacke, nimmt seine eigene und geht. Naja, vielleicht ist noch zu erwähnen, dass er die letzte Bahn zwar nicht verpasst, diese aber nach einer Station mit den netten Worten “Dieser Zug endet hier. Weit entfernt von Ihrem Zuhause!” stehenbleibt. Nach einer weiteren Stunde Nachtbus, Schneegestöber und einem Kilometer Dauerlauf kommt Sebi dann erschöpft, aber auch ein bisschen stolz bei Nadine an. “Und wie ist es gelaufen?” fragt sie. Aber da schläft er schon und träumt einen britischen Traum.
Geschrieben in Filmblog | Keine Kommentare »
21.12.2008 von Sebastian.
Gerade auf unserem Lieblingssender VOX: Joyce kocht beim Promidinner, noch bis 22:40h.
Und schon vorbei. Joyce hat leider mit 22 Punkten den letzten Platz belegt, bloß weil es den Damen und Herren wohl in Joyces geliehener WG-Wohnung nicht gefallen hat. Und das obwohl unser Lieblingssender VOX sich große Mühe gegeben hat, das Lotter-WG-Leben unserer lieben Joyce als charmant-chaotisch darzustellen. Da werden schonmal Stühle aus dem Keller geholt, obwohl im Hintergrund ständig dieser schöne graue Plastikstuhl zu sehen ist. -> Spontan und verlottert!
Vom Stühle tragen ganz erschöpft wird schnell die Frisur gewechselt, und das gleich dreimal - klar, sind ja auch vier Stühle. -> Wild und verlottert!
Und dann muss Joyce auch noch das Salatdressing improvisieren. -> Vergesslich und verlottert.
Achja, falls ihr Joyce nicht kennt: Sie spielt in “Alarm für Cobra 11″ eine Episodenrolle, in “unter uns” hat sie vor einigen Jahren auch mal ein paar Tage gedreht und nicht zu vergessen wäre da noch “Dahoam is Dahoam” auf dem Bayerischen Rundfunk, alles nachzulesen in sich ständig wiederholenden Bauchbinden. “Ayuda”- ähh, nein! Da hat unser Lieblingssender wohl was vergessen. Gut, dass er dennoch Material mit Informationen, sowie einer Sendegenehmigung von Footsteps haben wollte, nur für alle Fälle. Hätte ja sein können, dass Joyces Gasherd leer gewesen wäre. Dann hätte man dumm da gestanden und die schlauen Spontanis bei VOX hätten schnell die Ayuda-DVD reingeschoben, als Apperitiv sozusagen, um direkt zur Hauptspeise weiterzuleiten.
Ja, dem deutschen Fernsehen geht es gut. Muss es gehen. 20:15h am Sonntag. Und dann über zweieinhalb Stunden lang. Leuten zusehen beim Kochen. Und natürlich zuhören beim Reden über Kochen. Gibt es auf der Welt etwas uninteressanteres als Kochen? Da sitzen vier halbwegs interessante Leute am Tisch, Leute die zumindest was zu erzählen hätten, ganz gleich ob interessant oder nicht, und man lässt sie 140 min darüber sprechen, ob jetzt das Schweinkotelett mit den Vollkornnudeln mithalten kann, oder ob der Chantre seine Lieblingsweinbrande ist. Man ist bei ihnen zu Hause (sofern das zu Hause unseren VOXies gefällt, sonst leiht man sich ein zu Hause und hängt seine T-Shirts an die Wand) und man sieht nur Küche, Pfannen, Töpfe und Servietten.
Liebe Joyce, Du warst wieder einmal zauberhaft. Und deine Fans werden Dich für diesen Auftritt lieben. Und dann wäre da ja auch noch Watson, der Hund von unserem Kameramann Moritz, den mittlerweile die ganze Republik kennt! (den Hund, nicht den Moritz) Auch zauberhaft. Ihr beiden wart cool. Ich selbst hatte sichtliche Mühe, diesen Fernsehabend ohne bleibende Schäden zu überstehen. Und so ziehe ich über diesem Abend das Resümee:
“Gelernt? Nee, gelernt habe ich hier nix. Ich bin immernoch genauso, wie ich vorher war und habe hier gemacht, was ich auch vorher schon konnte…”
(Joyce Ilg nach dem Promi-Dinner)
Geschrieben in Filmblog | Keine Kommentare »
16.11.2008 von Sebastian.
Ja, so sieht es aus, wir könnten ganz wo anders sein, wenn sich in der Vergangenheit nur einige kleine Sachen anders verhalten hätten.
Wir könnten zum Beispiel im Knast sein:
Ralf steht an den Gitterstäben und hält einen Spiegel nach draußen. Er sieht sich um und erkennt, nichts, außer andere Spiegel, die nach draußen gehalten werden. Selbst Ralf hat jetzt einen drei-Tage-Bart, da er schon vier Monate hier ist. Seit vier Monaten steht er hier und spiegelt in den Gang und nichts passiert. Doch dann fällt ihm der Spiegel runter und er purzelt vor der Zellentür zu Boden. Zu weit, um mit dem Arm ran zu reichen, die Wächter schauen nur müde. Doch da Ralf hier noch einige Kilos abgenommen hat, gelingt es ihm sich durch die Gitterstäbe zu drücken und den Spiegel aufzunehmen, kurz noch zurückgedrückt und alles ist wieder beim alten. Puh, das war knapp.
Warum Ralf in Gefangenschaft ist? Es hat sich herausgestellt, dass wir damals für die Szene, in der Marilyn den toten Vogel in einen Sarg legt, keine Genehmigung vom Veterinäramt hatten, den toten Vogel zu filmen. Der Vogel klagte seine Bildrechte ein, und da das Ralfs Aufgabe war, kam dann eines zum anderen. Man kennt das, teure Staranwälte auf Klägerseite, Ralf nur den Pflichtverteidiger, der stets betrunken und manchmal garnicht erscheint, und schon ist man hinter Gittern.
Wir könnten in Hof sein zum Beispiel:
Sebi sitzt etwas unbequem im Zug, vielleicht liegt es daran, dass er auf dem Kopf sitzt, denn Zugfahren kann er gar nicht gut. Dabei fällt ihm sein vom Festivalleiter Heinz Badewitz persönlich gezeichnetes Zugticket ständig aus der Tasche, was die Fahrt nicht erleichtert. Als er dann endlich in Hof ankommt, wird er mit Blumen und einem kleinen wiederverwertbaren roten Teppich am Bahnsteig abgeholt. Natürlich von Heinz Badewitz persönlich, der hat nämlich extra die Eröffnung der Festspiele ‘einige Minuten später’ beginnen lassen, um die Verspätung des Zuges auszugleichen. Dann gehts direkt ins größte Hofer Lichtspielhaus (75 Plätze) und Sebi darf auf der Bühne eine Rede schwingen. Er freue sich sehr, hier sein zu dürfen und den neuen Film “Ayuda” vorstellen zu dürfen, er selbst habe sich damals… bla,bla,bla, das Festival hat nun schon ‘ca. 15 min. Verspätung’. Er endet mit dem Hinweis, dass man doch bitte verzeihen sollte, dass es sich bei der Vorführkopie (natürlich auf 35mm) nur um eine schlechte DV-Abtastung handele und dass die Bilder noch mindestens 40% besser werden würden. Dass die noch fehlenden Töne wechselseitig von Nadine und Sebi eingesprochen würden solle auch niemanden stören, außerdem würde Arons Drucker, der noch als Platzhaltergeräusch zu finden sei, sicher niemanden irritieren. Der Film sei eben noch nicht ganz fertig und als erfahrene Filmschaffende falle es sicher leicht, da zu abstrahieren. Unter begeistertem Applaus nimmt die deutsche Filmlandschaft diese Einschränkungen gerne hin und es beginnen tolle Hofer Filmtage, vielleicht die besten seit langem.
Warum Sebi in Hof ist? Weil nicht er, sondern Nadine Klaus Badewitz auf der Berlinale angesprochen hat. Als dieser nur etwas müde zuckend unsere DVD einsteckt, gibt Nadine diesen berühmten kaum hörbaren, aber das männliche Unterbewusstsein manipulierende Schluchzlaut von sich, dass uns Tor und Tür zur Filmwelt geöffnet hat. Außerdem haben Sebi und Nadine Kuchen dabei.
Wir könnten am Ayuda-Set sein zum Beispiel:
Nadine checkt nochmal die Schärfe, das kann sie ganz gut, da sie seit mittlerweile 34 Tagen als Kameraassistentin bei “Ayuda” arbeitet. Die Schärfe stimmt übrigens, wenn sich nur die Schauspielerin nicht zu stark bewegt. Die Schauspielerin ist übrigens auch Nadine, mit leicht hochgesteckten Haaren, wegen Einfühlen in die Rolle. Nadine sagt also die Ruhe an, startet den Ton, startet die Kamera und spielt los. Dann baut sie auf den Gegenschuss um, legt das andere Kostüm an und klebt sich den falschen Bart auf, wegen Einfühlen in die Rolle. Sie spielt gerade die Streitszene zwischen Hermann und Helene. Das ist eine sehr emotionale Szene, daher muss sie sich sehr konzentrieren. Sie weiß, dass der Film nun sehr viele Naheinstellungen enthält, denn Zweier kann sie noch nicht so gut. Aber sie orientiert sich dabei am Stil von Moritz. Nur, wenn sie mit dem Fuss den Dolly schieben muss, während sie selbst Marilyns Leiche spielt, wirds knifflig. Aber Nadine hat eine clevere und komplizierte Konstruktion aus Spiegeln und Schnüren gebaut, mit der sie die Szene ganz gut im Griff hat. Am Abend spendiert sie dann der Crew noch eine Kiste Feierabendbier, schreibt die Dispo für den nächsten Tag, schreibt das Drehbuch noch ein bisschen um und geht dann irgendwann schlafen, denn morgen früh muss sie schon vor allen anderen die Brötchen schmieren.
Warum Nadine Ayuda nochmal alleine nachdreht? Nun, als wir bei Herrn Rings im Keller sitzen, hat Nadine einen Anfall von Mitleid und heißt den alten Mann völlig unvermittelt willkommen im Team von Ayuda. Dass er die Maschine zur Entwicklung erst noch bauen muss und dass Ayuda damit sein Testprojekt werden wird, sieht Nadine gelassen; im Zweifel drehen wir dann alles neu, sagt sie lachend, während sich die beiden noch ein paar Geschichten aus der Jugend erzählen.
Geschrieben in Filmblog | 9 Kommentare »
31.10.2008 von Sebastian.
Aufgrund der Beschwerde, dass Erdmännchen viel cooler wären, als Vögel, Hühner und Hunde und dadurch ein schlechtes Licht auf die Produktion geworfen würde, bitte ich darum im Beitrag alle “Erdmännchen” durch “Grinsefische” zu ersetzen.
Geschrieben in Filmblog | 10 Kommentare »
30.10.2008 von Sebastian.
Ich habe kürzlich eine Dokumentation über Tiere gesehen. Eigentlich fand ich Tiere immer langweilig, und Dokumentationen versuchen ja einen Sachverhalt realistisch abzubilden, schaffen das aber meist nicht, sondern sind etwas langweiliger als das Original. Eine Dokumentation über Tiere müsste mich demnach also ziemlich ziemlich langweilen. Irgendwie muss da aber dieses Minus-mal-Minus prinzip gewirkt haben, mit dem wir in der sechsten Klasse immerzu scherzten. Jedenfalls sehe ich seitdem viele kleine Tiere durch mein Leben wuseln. Nadine zum Beispiel ist so ein Tier, ein Huhn um genau zu sein. Stets auf den Beinen und etwas hektisch, schwer zufrieden zu stellen (immer wenn man eine neue Tomate hinwirft, läuft das Huhn hin, und lässt die andere Tomate liegen). Quirliges Tier eben.

Auch Ralf ist ein Tier, so ein cleveres Vogeltier um genau zu sein. Einer der immer oben auf dem Baum sitzt und solange die Situation beobachtet und analysiert, bis er sich völlig sicher ist, dass die Katze unten müde genug ist, als das man ihr vor der Nase rumspringen kann. Schlaues Tier eben.

Ich selbst bin auch ein Tier, so ein Erdmännchen vielleicht, das sich ziemlich cool vorkommt, wenn man es fotografiert. Im Grunde aber diesen dümmlichen Blick nicht loswird, nicht auf Fotos und nicht im Leben. Eingebildetes Tier eben.
In meinem neuen Leben laufen viele Tiere rum. Hinter meinem Haus ist eine Koppel auf der ein wildes Pferd mit dem Namen “Ayuda” rumspringt. Manchmal, wenn ich mich gut genug fühle und kräftig genug, dann gehe ich hin und versuche mich auf den Rücken zu setzen. Erdmännchen auf Pferd heißt dann die Devise. Da ich ein begabter Reiter bin und früher Dressur geritten bin, gelingt es oft. Und dann, wenn ich endlich glaube, das Tier ein für alle mal soweit erzogen zu haben, dass man damit in die Stadt reiten könnte, dann wirft es einem ab. Vogel und Huhn sitzen auf dem Zaun und lachen. Das geht nun schon ziemlich lange so. Aber man selbst redet sich ein, dass dieses Pferd nun schon ein bisschen zahmer geworden wäre, nach all der Zeit. Ist es auch. Aber zum Reiten reicht es noch nicht ganz.
Daher haben das Huhn, der Vogel und das Erdmännchen Hilfe geholt. Sie haben den Vogel recherchieren lassen, das Huhn hat die Ergebnisse nochmal gut durcheinander gebracht und neu geordnet, das Erdmännchen musste dann seinen Charme spielen lassen, so dass wir tatsächlich zwei Hündchen finden, konnten, die uns bei dieser ganzen Zähmerei gut gebrauchen konnten: Aron und Andi.
Und gerade gestern, als wir dachten, wir könnten nun bald losreiten, Erdmännchen, Vogel und Huhn in Begleitung der beiden Racker, und wir glaubten das Pferd nun gänzlich unter Kontrolle halten zu können, ja da entwickelte es seine Eigensinnigkeit weiter und bewies uns mit Nachdruck, dass es noch weitere Erziehung benötigte. Nun, wir geben nicht auf, und wenn ihr Abends fünf wirre Tiere mit einem Pferd über die Weide springen seht, dann hat das zwar sicher nichts mit uns zu tun, gibt aber vielleicht dennoch ein schönes Bild ab.
Geschrieben in Filmblog | Keine Kommentare »
26.8.2008 von Sebastian.
Ihr wollt wissen, was wir so treiben? Was wir mit “Ayuda” anstellen? Und vorallem, wann es endlich fertig wird. Darauf gibt es keine Antworten, stattdessen erwartet euch ein erster Einblick in den Soundtrack. Der wird zwar von Andi gerade fleißig produziert, aber eine winzige Kostprobe könnt ihr euch dennoch heute verdienen. Aber: Ein solcher Blick hinter die Kulissen hat seinen Preis, daher sind die Fragen nur für echte “Ayuda”- Fans zu beantworten. Der jeweils erste Buchstabe jeder Antwort ergibt ein Losungswort.
1. Mit welchen Worten beendete Regisseur Sebastian H. stets die laufende Aufnahme?
2. Welcher Hersteller baute unsere Kamera, die gute alte SR2? (Beim Nachdreh war es eine neuere SR3)
3. Ein beliebter Set-Name, sowohl der Tonmensch, als auch der Secound-Unit-Director tragen diesen Vornamen.
4. Mücke, bekannte Katze, die eigentlich eine Rolle spielen sollte, gehört zu welcher Familie und trägt daher welchen Nachnamen?
5. Sammy, der studentische Künstler. Wie heißt der Schauspieler dieser Figur mit Vornamen?
6. Das gewinnen wir auch 2009 sicher nicht, Verleihung ist im März in LA, wir haben uns trotzdem frei genommen…
7. Als wir die Szene mit Sammy und Kilian aus dem Fenster hängend drehten, war es vorallem eines nicht mehr (Adjektiv)…
8. Das Segelschiff trägt diesen Namen, außerdem steht es in Zeichensprache im Schlafzimmer des Polizisten an der Wand, was jedoch nicht im Bild ist….
9. Bonusfrage: Zu welcher Tageszeit endet ein Durchschnittsdrehtag bei “Ayuda”, der um 8:00 morgens begonnen hat?
Setzt die Buchstaben zusammen und gebt es unter folgendem Link als Passwort an (Großbuchstaben); Benutzername ist “Gast”. Viel Spaß.
http://ayuda.footsteps-filmproduktion.de/specials/Ayuda-TheNeverEndingStory-02.mp3
Geschrieben in Filmblog | 27 Kommentare »
22.8.2008 von Sebastian.
Wenn Matrosen zur See fahren, dann schauen sie vorher, ob z.b. die Möwen tief fliegen. Wenn sie tatsächlich tief fliegen, hat das in aller Regel nichts zu bedeuten, aber es wird dann an Bord trotzdem heiß diskutiert und als gutes oder schlechtes Vorzeichen gewertet. Wenn die Möwen tief fliegen und gleichzeitig der Wind aus Osten bläst, kann es allerdings Ausnahmen geben, je nach Jahreszeit auch Ausnahmen der Ausnahmen.
Man sieht schnell, dass die Seefahrt eine heikle Angelegenheit ist, und so verwundert es nicht, dass Nadine, Ralf und ich uns dafür entschieden haben einen Film zu drehen, statt ein Schiff über den Ozean zu treiben.
Beim Film ist alles viel einfacher: Essen kommt jeden Tag frisch ans Set, die Filzlausgefahr ist allgemein geringer und auch die Mädels am Set sind meist schöner anzusehen, als der durchschnittliche Matrose. Vorallem aber sind die Vorzeichen beim Film leichter zu deuten.
Kein Material mehr für die Kamera, 6 Stunden Verzug und der Darsteller muss in 15min am Flughafen sein -> schlechtes Vorzeichen!
Nach 16 Stunden Dreh eine kleine Überraschungsplansequenz einbauen, die so lang ist, dass die Kameraassistenz beide Arme voller Schärfemarkierungen schreiben muss -> schlechtes Vorzeichen!
Dabei noch immer mit Schlägen drohen und Süßigkeiten locken -> gutes Vorzeichen!
“Ist der Cutter mal am Ende, setzt er eine Blende!”
Wenn man einen Film schneidet, dann kennt man ihn irgendwann besser, als Kapitän Ahab die Spitze seiner Harpune. Man kennt jedes Frame im Film, man kennt aber auch jedes Frame, das nicht im Film ist. Man kennt jeden Versprecher, Atmer, Schlucker, jedes “und Bitte” und jedes “Danke, Aus!”. Das macht Überraschungen tendentiell selten. Das wäre so, als würde man dem Mann in der Tonne eine neue Sitzposition zeigen wollen. Alles schon probiert. Schlicht unmöglich.
Umso besser scheint das Vorzeichen zu sein, wenn man den Film, an dem man seit einem Jahr schnibbelt, dessen Pixel man auch rückwärts einzeln bennenen könnte, wenn man diesen Film beim ersten rohen Schauen spannend findet. Das ist wirklich mehr, als man erwarten kann.
“Macht der Cutter nur noch Scheiß, empfiehlt sich eine Blende über weiß.”
In einer Sache sind sich Seefahrt und Filmmacherei übrigens sehr ähnlich. Gute Vorzeichen sind zwar förderlich für das Ergebnis, aber kein Garant. (vgl. Titanic)
“Schwarzblende - für Cutter ohne Hände.”
Geschrieben in Filmblog | 2 Kommentare »