Ayuda wird cool: Vier Gründe zum sammeln III

Wir haben aus dem Vollen gecastet: Denn jede, wirklich jede einzelne Komparsenrolle ist bei uns hochkarätig besetzt! Ok, meine Mama spielt auch mit, und ich bin ja selbst auch mal im Bild, aber ansonsten: siehe hier

Hafenkneipe

Ayuda wird cool: Vier Gründe zum sammeln II

Doch damit nicht genug, die Liste unserer Prominenten im Cast ist lang;

2.) Bei uns spielt er den Casinobesitzer, im echten Leben spielt macht er mit Adam Sandler Boom-Chakalaka!

Casino

Ayuda wird cool: Vier Gründe zum sammeln I

Dass Ayuda fertig wird, steht ja seit langem außer Frage. Auch wenn man mittlerweile nicht mehr freudestrahlend: “Und was macht der Film?”, sondern eher leicht beschämt: “Darf man eigentlich fragen, was der Film macht?” zum Status der Produktion befragt wird, so bleibt uns nichts, als wieder und wieder zu erzählen, dass es bald soweit wäre. Dass wir das nun seit einem Jahr erzählen, fällt dabei zum Glück niemandem auf.
Also, dass er fertig wird, steht nun schonmal fest (ich habe letztlich Nadine gefragt, und sie meinte, es wäre bald soweit; also!), nun geht es darum, handfeste Gründe zu sammeln, warum “Ayuda” cool wird! Natürlich geht es nicht darum im Trüben zu fischen und wilde Behauptungen aufzustellen, sondern handfeste Beweise werden gesucht und für euch gefunden. Und so werden wir euch jeden Tag einen Grund nennen, weshalb Ayuda einfach cool werden muss:

Beginnen wir mit einem wichtigen und eindeutigen Beweis:

1.) Dieser Typ hier, der bei Will Smith und Charlize Theron ein- und ausgeht, spielt bei uns den Stripper!

Und morgen gibt es den nächsten Grund…

Stripper

Sebi und Ayuda

Wenn Ayuda ein Kuchen wäre, hätte Sebi die Hälfte davon gebacken. Er hätte auch die Glasur drauf gemacht und er hätte, so gut er kann, versucht, die Buchstaben “A” “Y” “U” “D” “A” drauf zu schreiben. Wenn er gemerkt hätte, dass die Buchstaben zu krakelig würden, hätte er mich gefragt, ob ich es für ihn schreiben würde. Das würde ich gerne. Außerdem hätte Sebi auch die Hälfte der Zutaten bezahlt.

Manchmal heißt es “Kirchwald und Ayuda”, dann “Die Hilgers und Ayuda”, “Sebi, Ralf, Nadine und Ayuda” oder “Sebi, Nadine und Ayuda”, zuletzt hieße es aber “Sebi und Ayuda”. Ich kann euch wirklich sagen, ich habe viel an “Ayuda” gedacht und gearbeitet und reingesteckt. Am zweitmeisten. Einer hat noch mehr dran gedacht, gearbeitet und reingesteckt. Nämlich der, der immer sagt: “Das haben wir doch alles zusammen gemacht.” Zusammen heißt aber in dem Fall, Sebi übernimmt die unangenehmen Jobs, Nadine sitzt daneben, lächelt nett und sieht dabei mittelgut aus.

Sebi wird offensichtlich von mehreren Lichtquellen beleuchtet, denn er musste über viele Schatten springen, damit wir dorthin kommen, wo wir jetzt sind. Telefonieren mag er nicht - klassischer Fall Telefonkrankheit. Er blutet immer aus dem Ohr, wenn er irgendwo anruft. Ruft aber trotzdem an. Ich hätte wirklich nicht gewusst, wie ich anfangen soll, wenn ich jemanden um Sponsoring bitten soll. Ich hab nur einmal bei der Brauerei angerufen und gefragt, ob wir das Bier billiger bekommen. 1. hab ich mir fast in die Hose gemacht dabei und 2. haben wir das Bier nicht billiger bekommen. Sebi fängt immer richtig an. Vielleicht hat er beim Selbstrepräsentationskurs von der Bundeswehr gelernt, wie man jemanden charmant um 10.000 € bittet, wahrscheinlich konnte er es aber schon vorher. Die meisten schätzen ihn auf 30 wegen der Ruhe und der Lebenserfahrung, die er ausstrahlt. Am Ende freuen sie sich, dass sie Sebi helfen konnten. Sie stoßen an auf weitere erfolgreiche Zusammenarbeit und wünschen ihm ein langes Leben.

Nachdem Sebi sein Talent an drei eintägigen Kurzfilm-Drehs erprobt hat, lässt er sich auf einen 18-tägigen 16mm Dreh mit 40 Leuten ein. Er spinnt! Sowas macht doch kein Mensch! Und was passiert? Wie immer: Sebi hat alles unter Kontrolle. Klar hat er Angst. Aber das merkt niemand. Weil Sebi, wenn er Angst hat, einfach schnell mal auf dem Klo verschwindet und Drehbuch liest. Kein einziges Mal in 20 Tagen lässt er seinen Stress an der Crew aus. Stattdessen verbreitet er in den Drehpausen noch gute Laune und wird nach Kurt zum zweitbeliebtesten Ayuda-Teammitglied gewählt. Wenn Sebi sich jetzt Ayuda anguckt, seufzt er manchmal an dieser oder jener Stelle, weil ihm dort was nicht aufgefallen sei oder man da noch etwas hätte besser machen können. Sebi spinnt! Alles, was er kann, hat er sich selbst beigebracht oder ich habs ihm gesagt. Während er an Kleinigkeiten rummäkelt, fragt sich jeder andere, woher er überhaupt wusste, wie das alles geht.

Sebi verrät nie, wie viel Geld er in Ayuda investiert hat. Aber ich glaube, ohne Ayuda wäre er reich. Wenn er mal nicht weiß, wie es denn nun weitergehen soll, wird ihm schlecht, dabei hat er nicht gerade einen nervösen Magen. Sebis Herz steckt in Ayuda. Keiner von uns anderen musste die Verantwortung tragen, weil wir wussten, hinter uns steht immer noch Sebi. Letztendlich hängt es an ihm. Und er beschwert sich nicht darüber, weil es ja das ist, was er machen will. Er beschwert sich nur, dass ich ihn nicht oft genug loben würde. Ich hoffe, Sebi wird Regisseur. Er hat es verdient, vor allem aber kann er es. Das sieht man an dem Foto.

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Der Junge mit den schwarzen Haaren, der mit der lila Regenjacke bei den Feuerwehrmännern stand und den Polizisten gedoubelt hat, ab und zu hat er fehlende Sätze reingesagt, er hat selten auf den Monitor geguckt, meistens auf die Schauspieler, er war stolz darauf, dass sein Name auf der Klappe stand. Wenn es nach ihm geht, hat er braune Haare. Egal, ich bin stolz auf ihn.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

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Ein Eintrag, der zwar lang, aber nicht länger als die Dankesliste im Abspann von Ayuda ist, mit einer Überschrift, die zwar auch lang, aber auch nicht länger als die Dankesliste im Abspann von Ayuda ist


Ich schreibe gerade den Abspann für Ayuda. Klingt doch gut oder? Das heißt, wer sich inzwischen einen Künstlernamen zugelegt hat oder einen Doppelnamen, weil er geheiratet hat und viele Kinder (so lange, wie das schon dauert, muss man ja mit allem rechnen) oder seine Mama grüßen will, bitte bei mir melden!

Außerdem wäre es nett, wenn uns jemand den Kontakt von Alexander Klaws übermitteln könnte. Ansonsten muss das Abspann-Lied von Bene und seiner Band leider oder zum Glück zwei Mal gespielt werden. Grund: Sebi und Eva finden, dass wir uns im Abspann bei aller Welt, dem Universum und dem ganzen Rest bedanken müssen. Außerdem haben sie das ja auch der Welt, dem Universum und dem ganzen Rest versprochen. (Weil es das Einzige war, was es zu versprechen gab.) Letztens hat Sebi mich sogar getadelt, weil ich vergessen habe, das Nichts in der Dankesliste gesondert aufzuführen. Ich hatte fälschlicherweise angenommen, das Nichts gehöre zur Gruppe der Nichtigkeiten. Wie vermessen! Sorry, mein Fehler.

 

Es ist wundervoll, sich zu bedanken! Ich bedanke mich natürlich super gerne, voller Inbrunst und von ganzem Herzen bei Sebis Eltern, ohne die das alles nie möglich gewesen wäre und beim Uli, ohne den das alles nie möglich gewesen wäre. Ich bedanke mich auch herzlichst und verbindlichst bei Schmidle und bei Headquarter für den supertollen Preis, den sie uns gemacht haben, und schwöre, dass ich nie wieder bei einem anderen Münschner Verleiher Equipment leihen werde und nie wieder die Kaffeemaschine einer anderen Postproduction-Firma auch nur ansehen werde. Und auch bei der Kreissparkasse und RBB Aluminium und bei Robert Ollig bedanke ich mich für das supernette Sponsoring und schwöre, dass ich nie bei einer anderen Bank ein Konto eröffnen, meine Aluminiumprofile nie bei einem anderem Aluminiumexperten eloxieren lassen werde und sollte ich irgendwann mal einen Tiefenbau brauchen, werde ich mich selbstverständlich vertrauensvoll an Herrn Ollig wenden! Außerdem nutze ich die Gelegenheit, einen eigenen Abspann schreiben zu dürfen, natürlich auch freudig dafür, mich bei meiner Mama und meinem Papa zu bedanken, schließlich würde es mich ohne die nicht geben –  ein herber Verlust für Ayuta. Ralf darf sich auch gerne bei Annamaria bedanken, weil sie immer an seiner Seite stand und ihm frische Driver Cocktails gemixt hat, als er über dem Ayuda-Zeitplan brütete. Und meinetwegen kann sich Sebi sogar bei Mücke Hilger bedanken. Schließlich hatte sie ein Mal vor, sich für uns bei der Filmstiftung zu bewerben. Gut, letztendlich hat sie dann ja doch wieder die Frist verpasst, aber das wurde ja bereits an einer anderen Stelle erzählt. An alldem gibt’s jedenfalls nichts auszusetzen. Da sage ich gar nüscht.

 

Dann bedanken wir uns aber auch noch bei vielen anderen netten Menschen:

Wir bedanken uns beim Servicepoint der DB für seine Auskünfte. Ich finde sowieso, es wird viel  zu selten honoriert, dass die Leute an Informationsschaltern einem antworten, wenn man sie was fragt. Und außerdem können wir bei Evas Freunden ja auch mal eine Ausnahme machen.

Wir bedanken uns namentlich bei jedem einzelnen amerikanischen Soldaten, der von Yellowtown in Mendig weggezogen ist, sodass unser Haus leer stand und schließen sie auch namentlich in unsere Gebete ein.

Bei Otto Mayer, der jeden Monat 133 € auf das Konto meiner WG überweist. Wieso, wissen meine Mitbewohner und ich nicht. Wahrscheinlich ein Fehler in seinem Dauerauftrag.

Wir bedanken uns auch bei den Schaben, die so toll mitgespielt haben. Hervorzuheben ist die Leistung der einen Schabe, die sich im Bild sogar bewegt hat. Das hast du ganz toll gemacht!

Wo wir gerade bei Tieren sind: Beim Naturschutzbund, den Ralf damals wegen des toten Vogels angerufen hat. Den toten Vogel haben wir dann zwar gar nicht von denen bekommen, aber wenn Ralf den Naturschutzbund irgendwann mal erreicht hätte, hätte es sein können, dass sie uns erlaubt hätten, den toten Vogel vor dem Haus von Sebis Oma aufzuheben. Aber eher nicht.

Wir bedanken uns auch bei Hinz und Kunz, die müde genickt haben, als wir erzählt haben, dass wir einen Film drehen wollen. Sebi besteht zwar darauf, in ihren Gesichtern einen Hauch Zustimmung gelesen zu haben. Und darauf, dass das bei uns allen einen riesigen Motivationsschub ausgelöst habe. Sebi hat aber keine Menschenkenntnis.

Beim bösen Kopierwerksbesitzer. Offenbar hat er sich bisher nämlich noch nicht selbst kopiert und dadurch die Welt vor einem zweiten Menschen seiner Sorte bewahrt. Eine gute Tat!

Außerdem auch bei Subway, dafür dass sie uns nicht wie abgesprochen vier Essen gespendet haben. Wer kann schon vier Tage hintereinander Sub des Tages essen. Ihh!

Bei Jörg Pilawa. Schließlich wurden wir in die Kandidatenkartei aufgenommen. Vor zwei Jahren. Danke vielmals!

Bei Sebis Mama dafür, dass sie Sebi damals zwei Schlafanzugoberteile, anstatt einer Schlafanzughose eingepackt hat, als er bei Marc übernachtet hat. „Vielen Dank, Mama!“ im Namen des achtjährigen Sebis.

Dann bedanken wir uns noch beim Chris. Unter „Grund“ steht: „Freund von Joyce“. Also ich finde es ja eher frech, dass Chris allen anderen Männern Joyce weggeschnappt hat, aber okay.

Wir bedanken uns übrigens auch bei diversen Bürgermeistern, Gemeindevorstehern und Staatsmännern für ihre feuchten Händedrücke. Ein Schreiben vom Verband mit vielen Glückwünschen haben wir sofort stolz an die Wand im Büro gepinnt. Da hängt es immer noch und wird wahrscheinlich eines Tages vergilben.

Wir bedanken uns beim Sauerstoff, denn wenn wir nicht atmen könnten, könnten wir auch keinen Film drehen.

Andererseits müssen wir uns auch beim Kohlenstoffdioxid bedanken. Ohne ihn würden wir den Sauerstoff nämlich nicht zu schätzen wissen.

Ich möchte mich auch noch bei den Pflanzen bedanken wegen der Fotosynthese.

Wie versprochen einen großen Applaus an das Nichts, dafür, dass es so schön durchsichtig ist und dadurch nicht das Bild verdeckt hat.

Danke lieber Gott, dass Dankeschöns umsonst sind. Denn sonst wären wir jetzt ja schon wieder pleite!

 

So, und da der Abspann jetzt sowieso schon länger ist als der Film selbst, will ich die Gelegenheit nutzen, noch zwei ganz besonderen Menschen zu danken, ohne die die letzten drei Jahre sicher doof gewesen wären, weil ich dann gar nicht hier sitzen würde und überlegen müsste, wer in den Abspann darf und wer nicht:

 

Lieber Sebi, dir kann ich leider nicht danken, du hast ja beim Film nichts gemacht. (Deshalb hat Mitch auch kein Bild von dir gemalt.)

Lieber Ralf, Danke für deine zahlreichen und liebevollen Blogeinträge.

 

Herzlichen Dank und freundliche Grüße, Nadine

Meine Mama und der Film

Nadine wirft mir ja immer vor, ich sei ein Muttersöhnchen. Und, damit das ein für allemal klar ist: Ja, sie hat recht. Kein Wunder, wenn man so eine coole Mutter hat!

Viele von euch kennen meine Mama ja schon, sie war ja beim Dreh dabei und zeigt damit bereits eine ihrer coolsten Eigenschaften: Wenn man sie fragt, ob sie beim Dreh helfen könnte und man ihr bei weitergehenden Fragen erklärt, dass das bedeute, 3 Wochen lang keine Minute zu haben, die nicht aus
a) Arbeit oder
b) (zu wenig) Schlaf
bestehe, dann sagt sie: ja! Und das obwohl sie normalerweise dem Herzinfarkt schon bedrohlich nahe ist, wenn ich mit Freunden Würfelspiele auf dem Boden mache. (Das würde so klackern, sagt sie)

Weiterhin cool an ihr ist, dass man sie nach dieser Frage (man muss nur ein, zwei Tage an Puffer dazwischen lassen) bitten kann, auch noch die vier Wochen vor dem Dreh mit Vorbereitungen im Motiv zu verbringen (upsi, die Renovierung wurde in der Planung vergessen…) Dann antworetet sie nicht, was vielleicht angebracht wäre: “Du lausiger Rotzbengel, wozu habe ich dich 23 Jahre meines kostbaren Lebens großgezogen?” Stattdessen sagt sie: “Ja, gut! Einrichten macht mir ja sowieso Spaß!” Dass diese Aussage sie nun ganze sieben Wochen an den Herzinfarkt heranführt, statt der ursprünglichen drei sollte auch erwähnt sein. Das liegt vorallem daran, dass meine Mama unglaublich schlecht mit Unordnung umgehen kann (ganz im Gegensatz zum Rest der Familie).  Dass man in einem Haus, das seit 4 Jahren nicht betreten wurde und vorher von Soldaten bewohnt wurde, wenig Ordnung findet, dürfte selbsterklärend sein.

Dinge, die ihr daher das Leben schwer gemacht haben:
- 10cm Staubschichten auf dem Dachboden, die man nicht wegsaugt, sondern wegschaufelt um eine Staubexplosion zu vermeiden. Dauer: 2 Tage
- Heizkörper, die mal weiß waren, nun aber die Farbe von Fußballfeldern nach zuviel Regen und zuvielen Füßen haben. Dauer: 4 Tage
- Teppichklebereste, die hässlich, stinkend und giftig sind, aber nach all den Jahren nichts von ihrer Klebekraft verloren haben. Dauer: 2 Tage.
- Wände, die nicht die Farbe, wohl aber Handfettreste rund um die Lichtschalter annehmen. Dauer: 12 Tage.
-Regisseure, die mal “bodenzentriertes” Wohnen, mal Laminat für 35m²-Wohnzimmer (beides einen Tag vor Drehbeginn) fordern. Dauer: eigentlich immer noch andauernd.
- und nicht zuletzt: Ein 30-köpfiges Filmteam, das viel isst, viel trinkt, wenig aufräumt und ständig dreckige Schuhe hat. Dauer: 18 Tage.

Zunächst die gute Nachricht: Ja, sie hat es überstanden, und ja, mittlerweile lächelt sie bisweilen auch mal wieder. Die schlechte Nachricht: Das war wohl ihr erster und letzter Film, leider waren diese Ereignisse zu einprägsam, als dass ich wohl jemals nochmal den Mut aufbringen kann, sie erneut zu fragen.

Dennoch, das betont sie oft und gerne:  ‘Ayuda’ ist ihr absoluter Lieblingsfilm, sie habe ihn nun schon ca. 34 mal gesehen. Dass sie immernoch an diesem Film hängt, zeigt sie nach wie vor durch ihr Engagement, so hat sie 4(!) DinA4 Seiten voller (angeblich) konstruktiver Kritik verfasst, die leider nie den steinigen Weg der modernen email-Kommunikation überwinden konnten. Denn bei all den Talenten, die sie hat; mit dem Computer klappt es noch nicht so gut. Deshalb wird sie diesen Artikel wohl auch nie lesen. Schade eigentlich.

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Stets mit leicht zweifelnden Blick, das ist sie. Meine Mama!

Unsere erste offizielle Absage und wie wir damit umgehen

Schon gut, Ayuda ist nicht perfekt, das können wir uns und euch eingestehen. Es hat ja auch niemand gesagt, dass dabei “Magnolia Returns” oder “Mulholland Drive-The Other Side Of The Road” rauskommen soll.

Aber ist der Filmstiftung vielleicht schon mal aufgefallen, dass…

… man bei “Die Unendliche Geschichte” voll sieht, dass Fuchur in Wirklichkeit gar nicht fliegt

… es unrealistisch ist, dass M immer dieselbe Melodie pfeift

… “Im Winter ein Jahr” nach dem Moment, an dem er zuende sein sollte, noch eine Viertelstunde weitergeht

… dass es vielleicht cooler gewesen wäre, wenn “Ocean’s 12″ einen Roten Faden gehabt hätte

… und “Fluch der Karibik 3″ um etwa 75 Minuten gekürzt worden wäre

… auch die “Herr der Ringe”-Trilogie hätte man eigentlich in der Hälfte der Zeit erzählen können

… oder Teil 2 weglassen

… dass ziemlich offensichtlich ist, dass Scottie Ferguson nur nach unten guckt, damit Hitchcock seinen geliebten Vertigo-Effekt promoten kann

… dass das erste Wort in “There Will Be Blood” nicht ‘Öl’ lautet

… dass man nur müde lächelt, wenn ausgerechnet Rose DeWitt Bukater ausrechnet, dass die Rettungsboote nicht reichen werden

… stattdessen hätte lieber Will Hunting rechnen und auf die merkwürdige Minnie Driver verzichten sollen

… auch nicht gerade berauschend ist Katie Holmes’ Auftritt in “Thank you for Smoking”

… hat eigentlich irgendjemand “Syriana” verstanden?

… und warum läuft Leonardo Di Caprio in “The Beach” als Super Mario rum?

… merkwürdig, dass sich in den neuen Batman-Filmen niemand mehr für Batman interessiert

… dass Jesse und Celine in “Before Sunrise” doch miteinander gebumst haben

… und “Sunshine” wäre ohne den Zombie am Ende wirklich sinnvoller gewesen

… was man von “The Decent” übrigens auch behaupten könnte

… dass Shyamalans großer Clue ist, dass die Aliens mit Wasser vertrieben werden können, nicht gerade vor Einfallsreichtum strotzt

… und was soll das überhaupt: “Signs-Zeichen”?

… dass es merkwürdig anmutet, wie Jason in Freitag, der 13. mit der Leinen-Tasche, die meine Mutter immer zum Einkaufen mitnimmt, verkleidet ist

… dass “Wolke 9″ ohne die (zumindest Oral-) Sexszenen angenehmer gewesen wäre

… dass es viel besser zu “Zeiten des Aufruhrs” gepasst hätte, wenn die Frau nach Frankreich geflogen wäre, anstatt sich umzubringen

… es bringen sich überhaupt in viel zu vielen Filmen viel zu viele Leute um

… Warum hat eigentlich “Slumdog Millionaire” 8 Oscars?

=> Der Film muss eigentlich nicht perfekt sein.

=> Daher: Sauer

Sebi und Nadine auf der Berlinale Teil 3 - 3×3 Hindernisse auf dem Weg Koproduzenten für Ayuda zu treffen

Auf einem Festival, wie auf der Berlinale, da ist alles einfach. Denkt man sich. Koproduzenten, Produzenten, Senderverantwortliche, alle hängen wie die reifen Trauben vor einem und man braucht nur zu pflücken. In Wahrheit ist das einzige, was im völligen Überfluss vorhanden ist, Leute die Koproduzenten, Produzenten und Senderverantwortliche suchen. So auch wir, nur dass wir nichtmals richtig suchen, sondern ständig hoffen, dass uns jemand anspricht (vgl. British Council Party). So trafen wir auf die 3×3 Hindernisse auf dem Weg zum Co-Produzenten.

Umso besser, wenn wir morgens stolz und mit Erstaunen sehen, dass es eine Veranstaltung gibt, die auf den wohlklingenden Namen “Berlinale Co-Production Market” hört. Also lösen wir schnell eine Karte dafür und geben bei der abendlichen Feier schon die ersten Kröten des da kommenden Co-Production Deals aus.

Als wir endlich “Hebbel Am Ufer” finden, haben sich die ersten drei entscheidende Faktoren geändert, die das gemeinsame Finden eines Co-Produzenten nicht unbedingt erleichtern sollten:
1. Nadine ist sauer, weil Sie morgens extra aufgestanden ist, um eine Karte für einen ihr besonders wichtigen Film zu holen. Sebi hat währenddessen geschlafen und würde unmittelbar nach dem Mittagessen seine Karte abholen gehen. Probleme würde er dabei keine haben, wohlgenährt und ausgeschlafen konnte er so den Tag bestreiten.
2. Nadine hatte Hunger und war müde.
3. Nadine war nicht da, weil sie sich auf dem Rückweg vom Kartenschalter verlaufen hatte.

Während Sebi die Tür zum Veranstaltungsraum in so geschickter Weise aufhält und gleichzeitig versperrt, dass ein geregelter Zustrom an Besuchern kaum möglich ist und die damit geplante Startzeit um Minuten verzögern konnte, versuchte Nadine sich einen Weg durch den Großstadtdschungel Berlins zu bahnen.

Und tatsächlich, als würde der Co-Production Market nur auf die beiden Filmemacher warten, schossen sie gerade vor dem finalen Schließen der Tür herein und keine zwei Augenblicke später beginnt die ganze Party auch schon. Wie sich schnell herausstellte, lief ab nun einiges schief:

1. Die Veranstaltung mit dem schönen Namen war nicht etwa ein Co-Production Market, sondern eine Informationsveranstaltung für den Co-Production Market, die vorallem den Sinn hatt, überambitionierten Jung-Filmemachern die Flausen aus dem Kopf zu treiben.
2. Flausen hin oder her, unglücklicherweise war der Co-Production Market 2009 auch schon vorbei, es ging also ums Jahr 2010. Nicht gerade das Jahr in dem Ayuda nach Co-Produzenten suchen sollte.
3. Offenbar hatten wir auch die völlig falsche Nationalität für diese Veranstaltung: Nur das mit großer Zustimmung um sich werfende chinesische Mädchen in der Reihe vor uns war den Moderatorinnen bekannt und quitierte diesen Zustand mit einem nicht-stoppen-wollenden Nicken. Hai! Und obwohl Nadine und Sebi das Nicken imitierten, wurden sie nie nach ihren Namen gefragt…

Dennoch, und das betonten die Moderatorinnen, ist der Co-Production-Market eine tolle Sache, denn hier würden individuell Produzenten und Filmemacher zusammengebracht.  Und für alle, die bis zu diesem Zeitpunkt noch da waren, wurden noch eben die drei Bedingungen für eine Bewerbung (nicht etwa für die Teilnahme…) vorgetragen:

1. Ein geplantes Budget von 1-10 Mio. Euro, von dem bereits ein Drittel organisiert sein muss.
2. Erfahrung in der Produktion eines Langspielfilms.
3. Mindestens eine erfolgreiche internationale Co-Produktion im Portfolio.

Nun, was zunächst schlecht klingt, kann sich als ganz großer Coup herausstellen, denn 2010 sind wir dann ganz sicher mit unserem neuen Film (”Ayuda II”) dabei:

1.1. Nadine darf ausschlafen und essen, ist daher nicht sauer.
1.2. Nadine ist daher nicht müde und nicht hungrig
1.3. und verläuft sich nicht.

2.1. Die Informationsveranstaltung mit den Kritierien kennen wir ja nun, was uns
2.2. 2010 den direkten Einstieg erlaubt.
2.3. mit Aron haben wir einen Ungarn, mit Christian Arndt einen Spanier, mit Moritz einen Halb-Iren, Nadine hat Verwandte in Mexiko, Bene kennt jemanden in den Niederlanden und bei Sebi wird ohnehin algerisches Blut vermutet und somit sind wir ebenfalls ziemlich international! Hai!

3.1. Ein hohes Budget planen ist uns ebenso eine Leichtigkeit und für das erste Drittel plündern wir wiedermal die Altersvorsorge unserer Eltern, Freunde, Feinde, Verwandten und Bekannten.
3.2. Einen Langfilm haben wir ebenfalls: “Ayuda” heißt das Schmuckstück, fehlt nur noch
3.3. Erfahrung bei internationalen Co-Produktionen. Aber auch dafür gibt es schon eine probate Lösung, denn internationaler Co-Produzent zu werden, war noch nie so leicht, wie heute! Mit 33€ ist das ganz einfach, aber seht selbst.

Sebi und Nadine auf der Berlinale Teil 2 - Die Nadinale

Während Sebi voll und ganz damit beschäftigt ist, wichtige Leute kennen zu lernen - ganz schön anstrengend, kennt man ja: ein Smalltalk hier, ein Bier ausgeben da, Visitenkarten verteilen und anderen freundschaftlich auf die Schulter klopfen -, ist Nadine mal wieder schlauer. Sie weiß nämlich, dass sie sowieso niemand kennen lernen will und verbringt ihre Zeit deshalb mit sinnvolleren Dingen, Kreuzworträtsel lösen und eigenes Festival planen zum Beispiel.

Auf der Nadinale wäre nämlich alles noch viel cooler. Nadines großes Vorbild ist übrigens Everybodys Darling Heinz Badewitz, dem sein Erfolg einfach nie zu den Haaren steigt. Mal prüft er die Akkreditierungen der Festivalgäste, mal rückt er die Absperrung gerade, dann macht er sich noch persönlich auf die Suche nach einem seiner Homies, Wim Wenders: “Wim, where are you?”, und nimmt immer wieder gerne die ein oder andere DVD des ein oder anderen Möchtegern-Nachwuchsfilmers entgegen, nicht ohne demjenigen auch noch für einige Minute sein kostbares Ohr zu leihen und individuell nützliche Tipps zu geben. Nebenbei organisiert er übrigens ganz allein die Reihe “German Cinema”.

Aber warum ist denn jetzt eigentlich ausgerechnet Nadine dafür geeignet, in solche großen Fußstapfen zu treten? Weil sie einen hervorragenden Filmgeschmack hat, ist wohl klar. Einen guten Riecher, wenn es darum geht, die filmischen Perlen unter den Säuen zu finden. Hat sie mal wieder erfolgreich unter Beweis gestellt - Nadines Top 3 der Berlinale:

- Nadine will unbedingt in “Ricky”. Warum? Sie hat ein Plakat gesehen, auf dem ein Baby drauf war, voll süüüüüüüüüß. Sebi will nicht, alles was mit Nadine und Babys zu tun hat findet er scheiße, er ist ja schließlich kein Medizinstudent. Aber wie immer hört keiner auf Sebi. Was Nadine leider nicht auf dem Plakat gesehen hat: Dem Baby wachsen nach dem ersten Drittel des Films Flügel. Sehr ungewöhnlich, sehr französisch und sehr scheiße.

- Nadine will unbedingt in “Ander”. Warum? Sie hat ein Plakat gesehen, auf dem ein dunkles Haus ist, bei dem in einem Fenster Licht brennt. Sebi vertraut Nadine voll und ganz. Schließlich hat das Kriterium: Film nach Plakat auswählen bisher hervorragend funktioniert. Wie sich herausstellt, ist das Bild des Hauses nur auf dem Plakat so schön. Im Film selbst ist es auf einmal viel blasser und grobkörniger und überhaupt, eigentlich geht’s gar nicht um das Haus, sondern um ein Coming Out. Und um Mittagessen. Der Landwirt, der sich in seinen neuen Mitarbeiter verliebt, nicht damit klarkommt, dass er sich zu dem jungen attraktiven Mann hingezogen fühlt und ihn deshalb zum Beispiel anspuckt. Jaja, in Argentinien ist die Schwulenemanzipation anscheinend noch nicht so weit. Außerdem gibt es ein Happy End: Der Landwirt, sein Lover und eine Prostituierte mit ihrem unehelichen Kind leben gemeinsam glücklich bis an ihr Lebensende. Und außerdem wird noch die Hälfte des Films Mittag gegessen.

- Nadine will unbedingt in “Fucking Different Tel Aviv”. Aber nicht, weil sie ein Plakat gesehen hat. Nadine würde niemals auf denselben Trick drei Mal reinfallen. Sondern weil Sonja und Nina gesagt haben, dass das gut wäre. Sebi will nicht, weil er für Saft- und Kraftausdrücke wie “Fucking” ein zu schwaches Gemüt besitzt. Vor allem auf der Berlinale, wo er allein auf sich gestellt, für eine so lange Zeit weg von Kirchwald und seiner Mama ist. Aber er geht dann doch mit, weil alle gehen und ganz allein sein hat schon beim British Council nicht so gut funktioniert. Vor dem Film erfahren Sebi und Nadine dann, dass es im Film um Schwule geht, die Filme über Lesben machen und umgekehrt. Nicht gerade ungewöhnlich, denn eigentlich geht’s in jedem Berlinale-Film darum. Im Film erfahren Sebi und Nadine allerdings, dass schwul oder lesbisch zu sein, das einzige Kriterium war, um in die Kurzfilmsammlung aufgenommen zu werden. Keine Kriterien waren hingegen: Dass jemand die Kamera benutzt, dass jemand die Linse abputzt, dass man seinen Film in einer Auflösung einreicht, die über You-Tube-Qualität liegt. Wie beim Blue Monday eigentlich.

So, einen Film hat Nadine schon im Repertoire, nämlich Ayuda. Dann bekommt der wenigstens mal Aufmerksamkeit. Der ist zwar noch nicht fertig, aber Nadine muss eh erst noch ein Kino in Lonsee bauen.